Info und Gesundheit
In drei Schritten fit durch Herbst & Winter
(6.10.2010) Mit dem Herbst kommt das erste Kratzen im Hals. Bald werden wieder Viele wegen einer Erkältung oder Grippe nur noch das Bett hüten. Wir zeigen Ihnen drei Schritte, wie Sie gut durch Herbst und Winter kommen.
Schritt 1:
Ernährung
Um das Immunsystem mit Vitamin C zu stärken, können Sie nicht nur mit bekannten Obstsorten wie Johannesbeeren, Zitronen oder Kiwis, sondern auch mit vielen Gemüsesorten nachhelfen. „Petersilie enthält zum Beispiel dreimal so viel Vitamin C wie Zitronen. Paprika, Brokkoli und Weißkohl immerhin noch mehr als das Doppelte.“ erklärt Professor Dr. Hartmut Bertz, Leiter der Sektion Ernährungsmedizin und Diätetik am Universitätsklinikum Freiburg.
Und auch viele andere Nahrungsmittel haben Eigenschaften, die genutzt werden sollten. So kräftigt Magnesium, beispielsweise im Feldsalat, unser Herz. Staudensellerie und Zwiebeln helfen bei Entzündungen wie bei einer Erkältung im Rachenbereich. Da wir im Winter aber nicht alles frisch bekommen, können Früchte aus der Tiefkühltruhe für Ersatz sorgen. „Mit etwa fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag, sind Sie bestens vorbereitet“, bestätigt Professor Bertz. Natürlich kann statt einer zusätzlichen Essensration auch auf einen frisch gepressten Saft umgestiegen werden.
Schritt 2:
Bewegung
Auch auf Bewegung jeglicher Art, sei es nun Sport oder einfach nur ein gemütlicher Spaziergang, sollte im Spätjahr nicht verzichtet werden. Und auch trübe Regenwolken sind meistens kein Grund zu Hause zu bleiben. Nur ganz selten gibt es in Deutschland so schlechtes Wetter, dass die richtige Kleidung nicht dagegen schützen könnte. „Dabei gilt das Zwiebelprinzip: Lieber viele dünne als eine dicke Schicht Kleidung. So kann die oberste Jacke auch mal ausgezogen werden, ohne danach gleich frieren zu müssen“, empfiehlt Professor Dr. Hans-Hermann Dickhuth, Ärztlicher Direktor der Abteilung Sportmedizin. Vor allem darf eine Mütze nicht vergessen werden, denn etwa 40 Prozent der Körperwärme verliert der Mensch über den Kopf. „Und noch ein kleiner Tipp“, ergänzt Professor Dickhuth: „beim Sport sollte möglichst der Hals warm abgedeckt werden, da dort der Schweiß herunter läuft, er deshalb leicht auskühlt und dies zu Halsschmerzen führen kann.“
Die kühle Temperatur im Freien hat aber auch etwas Positives, denn sie regt die Durchblutung an und härtet den Körper ab. Außerdem schont die feuchte Luft die Atemwege und jeder kleine Lichtreiz vertreibt etwas mehr die trübe Schlechtwetterstimmung. Dennoch sollten Freizeitsportler langsam beginnen, um sich auf die kalte Luft einzustellen. 30 – 50 Minuten Bewegung sind dann aber für die meisten kein Problem. Trotzdem gilt immer: Wenn es unangenehm wird, sollte man aufhören. Damit es nicht so schwer fällt den inneren Schweinehund zum Aufstehen aus dem Sofa zu bewegen, hat Professor Dickhuth noch drei Tipps: „Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Kleine Ziele erreichen - das motiviert und macht Lust auf mehr. Setzen Sie sich außerdem feste Termine und planen Sie diese am Besten mit Freunden zusammen. Zusammen geht es besser und es lässt sich schwerer Absagen.“
Schritt 3:
Vorbeugen
Zwischen September und November ist der ideale Zeitraum für die jährliche Grippeimpfung. „Grund dafür ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Virusstämme, die erwartet werden, schon identifiziert sind und bereits Impfseren entwickelt wurden“, erläutert Professor Dr. Winfried Kern, Leiter der Infektiologie der Medizinischen Klinik. Grippe ist nicht gleich „Erkältung“. Die Symptome sind ähnlich, die echte Grippe ist aber eine Allgemeininfektion mit Fieber und beschränkt sich nicht auf eine laufende Nase, ein Kratzen im Hals oder Schmerzen beim Schlucken. Im Gegenteil: Jährlich sterben in Deutschland immer noch etwa 11.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Grippeinfektion. Medizinisches Personal, ältere Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke jeden Alters sowie Schwangere sollten gegen Grippe geimpft sein, so die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Der saisonale Impfstoff enthält das Antigen des pandemischen H1N1-Influenzavirus und schützt somit auch gegen die sogenannte Schweinegrippe.
Wer sich rechtzeitig impfen lässt, das richtige Obst und Gemüse für sich findet und sich trotz trüben Wetters an die frische Luft wagt, wird vielleicht ein ganz neues Hobby für sich entdecken: Das Gesundbleiben.
„Krebs ist auch ein Kontrollverlust“
(7.9.2010) Die Diagnose Krebs ist fast immer ein Schock. Nicht nur für den Patienten sondern auch für die Angehörigen. Eine psychoonkologische Betreuung kann dann zu einem unverzichtbareren Bestandteil der Tumortherapie werden.
(bw) Über 400.000 Menschen erhalten jedes Jahr in Deutschland die Diagnose Krebs. Für die meisten ein Schock, der ihnen erst einmal den Boden unter den Füßen wegreißt. Denn wie bei kaum einer anderen Erkrankung ist die Diagnose Krebs für die meisten Menschen mit einer wirklichen Lebensbedrohung assoziiert.
Nach der Diagnose Krebs setzt in den darauf folgenden Tagen eine Maschinerie an medizinischen Therapien wie Operationen und oder Chemotherapien ein. Doch diese überlebenswichtigen Maßnahmen zielen nur auf den Körper. Daher ist heute eine begleitende psychoonkologischen Beratung und Behandlung von Krebspatienten ein unverzichtbarer Bestandteil der Tumortherapie. Die Psychoonkologie vereint dabei die Wechselwirkungen zwischen körperlichen, seelischen und sozialen Einflüssen in der Entstehung und im Verlauf einer Krebserkrankung.
Die Psychoonkologen stehen nicht nur den Patienten nach einer Diagnose unterstützend zur Seite, sondern auch deren Angehörigen. Dabei darf man die Psychoonkologie nicht mit einer Psychotherapie verwechseln. „Unsere Arbeit soll die Patienten stabilisieren und das im Hier und Jetzt“, erklärt Elke Reinert, Leiterin des psychologischen Dienstes des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer-CCCF des Universitätsklinikums Freiburg. „Bei unserer Arbeit suchen wir nicht nach Defiziten des Patienten, sondern versuchen, möglichst viele Ressourcen zur Bewältigung der Situation bei dem Betroffenen zu mobilisieren.“ Die Psychoonkologen des Universitätsklinikums stehen jedem Krebspatienten – der dies wünscht - ab dem Zeitpunkt der Diagnose zur Seite. Dazu gibt es ein gut funktionierendes Netz aller daran beteiligten Abteilungen.
Gerade die Zeit der Chemotherapie mit ihren zum Teil heftigen Nebenwirkungen, kann psychologische Unterstützung hilfreich sein. Aber auch danach brauchen viele Betroffne Hilfe. „Nach einer abgeschlossenen Therapie entwickeln viele Menschen Ängste. Sie wissen nicht, wie es nun weitergeht. Das Abwarten, ob der Krebs tatsächlich geheilt wurde, kann unerträglich werden“, weiß Elke Reinert aus ihrer täglichen Erfahrung. „Krebs bedeutet auch immer einen Kontrollverlust.“ Bei der Hilfe zur Bewältigung der Erkrankung werden auf Wunsch auch die Angehörigen von den Psychologen mit einbezogen. Am Universitätsklinikum Freiburg werden Einzel-, oder Paargespräche angeboten. Darüber hinaus gibt es im Projekt Tigerherz des CCCF ein spezielles Angebot für Kinder, deren Eltern an Krebs erkrankt sind. „Die Unterstützung für die Angehörigen ist immens wichtig“, so Elke Reinert, „ denn eine Bewältigung der Erkrankung ist nur durch soziale Hilfe – und dazu zählen die Angehörigen – möglich.“
Unterstützung in der letzten Lebensphase
Gerade bei Erkrankungen, bei denen eine Therapie keine Heilung mehr bewirken kann, kommt der psychologischen Betreuung und Unterstützung der Betroffenen und ihren Angehörigen eine noch größere Aufgabe zu. „Wir versuchen gemeinsam mit dem Patienten trotz der schweren Erkrankung Lebensziele auch für die letzte Lebensphase zu entwickeln“, erzählt Carola Xander, Psychoonkologin der Palliativstation des Universitätsklinikums Freiburg.
„Wir unterstützen die Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihren Emotionen und bieten Hilfestellung in Fragen von Sinnfindung oder bei spirituellen Anliegen; dazu gehört unter Umständen auch mit den Patienten zu besprechen, wie sie ihren Abschied gestalten wollen. Bei unserer Begleitung spielen die psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten und deren Angehörigen die entscheidende Rolle“, so Carola Xander. „Sowohl während der Krankheit als auch während des Sterbeprozesses und der Zeit danach.“
Nicht jeder will Hilfe
Eine psychoonkologische Betreuung bekommen natürlich nur diejenigen, die diese auch wünschen oder brauchen. Denn nicht jeder Krebspatient will diese Unterstützung. „Man kann sagen, dass etwa zwei Drittel aller Krebspatienten von psychologische Hilfe profitieren, ein Drittel meistert die Bewältigung mit sozialer Unterstützung“, berichtet die Diplom-Psychologin Reinert. Wird eine psychoonkologische Unterstützung in Anspruch genommen, können durch diese Betreuung die weitreichenden Auswirkungen der Erkrankung im körperlichen, seelischen und sozialen Bereich aufgefangen werden. „Eine frühzeitige Betreuung kann vor einer Chronifizierung der psychischen Beschwerden schützen und somit Spätfolgen vermeiden helfen“.
========================================================
========================================================
========================================================
Prostatakrebs punktgenau diagnostizieren
An der Urologischen Uniklinik in Heidelberg kommt jetzt ein neues Diagnoseverfahren zum Einsatz, mit dem die Ärzte Tumore in der Prostata besser finden können als bisher. Ulrike Till stellt die Methode vor.
Ultraschall und Kernspin in Kombination
Wenn der PSA-Wert im Blut erhöht ist, oder der Urologe einen Knoten in der Prostata ertastet, sind das Warnsignale für einen Tumor. Um festzustellen, ob die Patienten tatsächlich an Krebs leiden, müssen die Ärzte bei einer Biopsie Gewebeproben entnehmen und auf Krebszellen untersuchen. Die Urologische Uniklinik Heidelberg nutzt dafür nun als eine der ersten Kliniken weltweit ein neues Ultraschall-Verfahren, mit dem sich Prostatakrebs ganz exakt diagnostizieren läßt.
Prostatakrebs ist tückisch: die meisten Tumore wachsen langsam und verursachen erst dann Beschwerden, wenn der Krebs schon weit fortgeschritten ist. Im Anfangsstadium lassen sich Prostatatumore in der Regel noch gut behandeln. Umso wichtiger ist es, die Krankheit möglichst frühzeitig festzustellen.
Das Verfahren ist aufwändiger
Die neue Methode ist zwar genauer, aber auch deutlich aufwändiger: erst müssen die Patienten in die Röhre und eine MRT-Aufnahme [Magnetresonanztomographie] der Prostata machen lassen; bei einem weiteren Termin wird dann mit einer Ultraschallsonde unter Narkose die Biopsie durchgeführt. Das Besondere dabei: die Kernspinbilder und die aktuellen Ultraschallaufnahmen sind gleichzeitig sichtbar.
Oberarzt Dr. Boris Hadaschik hebt hervor, dass das neue System es zulässt, Gewebeproben und ihre Verortung in der Prostata genau zuzuordnen. Diese Art der Dokumentation sei einzigartig.
Die Diagnose ist zuverlässig
Manche Tumore sieht man nur im MRT, andere nur im Ultraschall – die Kombination bedeutet deshalb eine besonders hohe Trefferquote. Und wenn die Ärzte dabei nichts entdecken, können die Patienten auch wirklich aufatmen.
Individuelle Therapie dank genauer Diagnose
Ein weiterer Vorteil der Methode: Die Heidelberger Ärzte können ihren Patienten die individuell beste Therapieform empfehlen, sagt Boris Hadaschik. Nicht jeder Tumorbefund solle sofort zur radikalen Operation führen. Dr. Hadaschik verweist auf vielfältige Methoden, von der aktiven Überwachung bis hin zur Bestrahlung oder Operation.
Noch kein Standardverfahren
Noch ist die neue Technik kein Standardverfahren für jedermann, sondern kommt im Rahmen einer Studie an höchstens sechs Patienten in der Woche zum Einsatz. Zielgruppe sind derzeit vor allem unklare Fälle, bei denen die herkömmliche Diagnostik nicht weiterkommt.
Ulrike Till, Wissenschaftsredaktion
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Stillstand in der Gesundheitspolitik?
(19.05.2010) Kommt die Kopfpauschale? Wie hoch steigen die Zusatzbeiträge der Krankenkassen? Lesen Sie ein Interview mit dem Finanzwissenschaftler Professor Bernd Raffelhüschen.
Die Fragen stellte Benjamin Waschow
amPuls: Die ersten Krankenkassen fordern von ihren Versicherten Zusatzbeiträge. Ist das der erste Schritt zur Kopfpauschale?
Professor Raffelhüschen: Ja, denn die Zusatzbeiträge werden ohne auf die Bedürftigkeit zu achten erhoben. Meiner Ansicht nach ist der einzige Weg zu einer vernünftigen Kopfpauschale die momentane Abgabe von acht Euro sukzessive auf zwanzig, dreißig oder fünfzig Euro anzuheben. Dann aber wiederum auch ohne Bedürftigkeitsprüfung. Wenn man die Pauschale erhöht, muss man natürlich gleichzeitig die lohnbezogenen Abgaben zurückfahren.
amPuls: Im Moment wird die Pauschale einfach zusätzlich erhoben, ohne Ausgleich.
Professor Raffelhüschen: Richtig. In Zukunft könnte es aber sein, dass der ganze medizinische Fortschritt über die Pauschale bezahlt wird. Alles was im Leistungskatalog Status quo ist, würde dann weiter lohnbezogen finanziert werden. Auch dies funktioniert wiederum nur ohne Bedürftigkeitsprüfung. Sobald die Krankenkassen gezwungen würden, eine solche Bedürftigkeitsprüfung einführen, hätten wir eine doppelte Sozialamtsadministration, was ein administrativer Moloch wäre.
amPuls: Sie fordern schon seit langem die Kopfpauschale. Eigentlich müssten Sie doch mit dem eingeschlagenen Weg zufrieden sein.
Professor Raffelhüschen: Nein, denn meiner Meinung nach sollte die Kopfpauschale sofort und im Ganzen eingeführt werden. Ich halte das jetzige System der lohnbezogene Beiträge einfach für falsch. Schließlich weiß jeder, dass eine Lohnerhöhung nicht krank macht.
amPuls: Obwohl es eine schwarz/gelbe Koalition gibt, scheint eine reine Kopfpauschale politisch nicht durchsetzbar. Auch die Mehrheit der Bevölkerung lehnt die Kopfpauschale ab. Woran liegt das?
Professor Raffelhüschen: Das liegt an einem Erklärungsdefizit. Wissenschaftlich gesehen ist das Ganze klar: Eine Lohnerhöhung macht nicht krank. Die lohnabhängige Relation macht somit keinen Sinn. Bei der Bevölkerung ist die Kopfpauschale deshalb in Ungnade gefallen, weil sie als eine Kopfprämie angesehen wird. In Wirklichkeit ist die Kopfpauschale aber viel gerechter als das, was wir im Moment haben. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die wissenschaftliche Diskussion darüber ohnehin längst abgeschlossen ist. Für uns besteht kein Zweifel mehr, dass die Pauschale kommen muss.
amPuls: Das Bundesfinanzministerium hält eine Pauschale mit Sozialausgleich für schlicht nicht finanzierbar. Also alles nett gemeint aber nicht umsetzbar?
Professor Raffelhüschen: Finanzminister Schäuble sagt, dass momentan die Kopfpauschale mit einem Sozialausgleich, der exakt dieselbe Einkommenssituation wie zuvor schafft, nicht finanzierbar ist. Ist man also nicht bereit, etwas weniger an Umverteilung in Kauf zunehmen, wäre es unfinanzierbar. Steht man auf dem Standpunkt, dass Niemand finanziell schlechter gestellt werden soll als jetzt, aber einige besser, dann kann die Pauschale nicht eingeführt werden.
amPuls: Ist der Gesundheitsfond gescheitert?
Professor Raffelhüschen: Das kommt darauf an: Wenn die Intention des Gesundheitsfonds war, eine Monopolsituation bei den Krankenkassen zu schaffen, dann ist er auf dem besten Wege genau das zu schaffen. Wenn allerdings die Schaffung einer Monopolsituation bei den Krankenkassen unter dem Label Wettbewerbsstärkung verpackt wird - wie beim Gesundheitsfond geschehen - dann ist das eine semantische Verballhornung.
amPuls: Wäre es nicht einfacher oder auch sinnvoller, sich zunächst einmal die Ausgabenseite vorzunehmen?
Professor Raffelhüschen: Wir brauchen immer zwei Seiten. Die Einnahmen- und die Ausgabenseite. Die Einnahmen werden nicht für die Nachhaltigkeit des Systems benötigt, sondern dafür um die Löhne und die Gesundheitsaussagen zu entkoppeln. Für die Nachhaltigkeit sind aber Selbstbehalte, noch mehr Wettbewerb im Krankenhausbereich und Preisverhandlungen von Nöten. Zudem müsste jeder Patient eine Rechnung bekommen, diese kontrollieren können und einen Teil wieder erstattet bekommen. Aber eben nur einen Teil und keine hundert Prozent. Der Patient würde also zum Kontrolleur des Systems werden. Nur wenn diejenigen, die die Kosten verursachen, also die Patienten, diese auch spüren ist eine Nachhaltigkeit möglich. Die Krankenversicherungen würden dann zu Einkaufsgemeinschaften und sich den normalen Wettbewerbsregeln unterziehen.
amPuls: Glauben Sie ernsthaft, dass es in absehbarer Zukunft einen Umbau des Gesundheitssystems geben wird?
Professor Raffelhüschen: Nein. Wir hatten ein kleines Zeitfenster in dem das möglich gewesen wäre. In dieser Zeit hat Gesundheitsminister Rösler zumindest im Kabinett versucht eine Mehrheit für eine kleine Pauschale herzustellen. Heute ist aber klar, dass die Bundesregierung eine mögliche Pauschale im Bundesrat nicht durchbekommt. Es herrscht also Stillstand. Wir haben uns in Deutschland leider dazu entschlossen, dass wir nichts tun.
amPuls: Vielen Dank!
====================================================================================
====================================================================================
====================================================================================
Gesund Essen = Gesund Leben?
Welchen Einfluss hat die Ernährung auf unsere Gesundheit? Wie sieht eine gesunde Ernährung aus? Was sollte man auf gar keinen Fall essen? Lesen Sie hierzu ein Interview mit Prof. Dr. Dr. Karin Michels.
Ein Interview mit Prof. Dr. Dr. Karin Michels, Leiterin der Tumorepidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg
Von Benjamin Waschow
amPuls-online:Hat die Ernährung Einfluss darauf, ob wir an Krebs erkranken oder an einem Herzinfarkt sterben?
Professorin Karin Michels: Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt die Ernährung eine sehr große Rolle, das ist nachgewiesen; bei Krebserkrankungen weniger, als wir angenommen hatten.
amPuls-online: Gehen wir einfach mal ins Detail: Welche Rolle spielen Fette für die Gesundheit? Ist nun beispielsweise Margarine oder Butter gesünder?
Professorin Karin Michels: Im Fall von Margarine oder Butter gingen die Meinungen ein paar Jahre hin und her. Butter ist nicht gesund, da sie einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält, was für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ungünstig ist. Die Margarine allerdings, so hat sich herausgestellt, enthält ein anderes Fett, das noch ungesünder ist als die gesättigten Fettsäuren, und zwar das Transfett. Transfettsäuren entstehen durch den Härtungsprozess der flüssigen Öle. Da wir nun wissen, dass diese Transfette in der Margarine enthalten sind, würde ich sagen: wenn schon, dann doch lieber Butter. Besser wäre aber, beide zu vemeiden und sich nur von pflanzlichen Ölen zu ernähren. Insbesondere das Olivenöl ist hier hervorzuheben. Statt sich Butter aufs Brot zu schmieren, kann man das Brot in Olivenöl tunken, das machen beispielsweise die Italiener sehr gerne.
amPuls-online: Kann man auch andere Öle, zum Beispiel Rapsöl nehmen oder sollte es Olivenöl sein?
Professorin Karin Michels: Olivenöl hat eine besonders gute Zusammensetzung von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sich besonders günstig auf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirken. Aber Rapsöl und andere pflanzliche Öle sind auch sehr gesund. Die einzigen pflanzlichen Öle, die man meiden sollte, sind die tropischen Fette wie Kokosfett und Palmöl. Die sind natürlich gehärtet, das heißt, sie sind schon im Naturzustand hart und haben einen hohen Anteil an gesättigten Fetten.
amPuls-online: Sollte man möglichst viele Getreide zu sich nehmen oder lieber viel Obst und Gemüse?
Professorin Karin Michels: Obst und Gemüse sind das Beste, was man überhaupt zu sich nehmen kann. Von allen Ernährungsmöglichkeiten ist eine Ernährung, die reich an Obst und Gemüse ist, am meisten zu empfehlen, zusammen mit den pflanzlichen Ölen. Zumal die pflanzlichen Öle auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine aus Obst und Gemüse begünstigen. So wie bei den Fetten gibt es auch bei den Kohlenhydraten gute und schlechte. Vollkornprodukte sind hier besonders hervorzuheben, die sollten in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Produkte aus Weißmehl und Zucker sollten dagegen weitgehend gemieden werden, sie begünstigen Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
amPuls-online: Ein heiß diskutiertes Thema ist Fleisch. Was darf man denn an Fleisch essen, wenn man sich möglichst gesund ernähren möchte. Darf man überhaupt Fleisch essen?
Professorin Karin Michels: Rotes Fleisch hat keinen Gesundheitswert für die Ernährung. Man kann ohne Weiteres darauf verzichten. Rotes Fleisch begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einiger Krebsarten wie zum Beispiel des Dickdarmkarzinoms. Vegetarier haben eine höhere Lebenserwartung und weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher sollte rotes Fleisch auf keinen Fall jeden Tag verzehrt werden. Wenn Fleisch, dann besser Geflügel oder noch besser Fisch.
amPuls-online: Also ganz vegetarisch zu leben ist demnach am gesündesten, dass heißt, auch keinen Fisch essen?
Professorin Karin Michels: Fisch ist sehr zu empfehlen und ein Vegetarier der Fisch isst, ist wahrscheinlich besser dran als ein Vegetarier, der keinen Fisch isst. Man sollte möglichst Fisch essen, der einen hohen Gehalt der guten Omega-3-Fettsäuren hat, wie zum Beispiel der Lachs. Wenn jemand keinen Fisch mag, können diese Omega-3-Fettsäuren auch über Fischölkapseln aufgenommen werden.
amPuls-online: Was ist mit Eisen?
Professorin Karin Michels: Man muss zwei Sorten von Eisen unterscheiden: Eisen von tierischen Produkten und Eisen von pflanzlichen Produkten. Unser Körper braucht in der Tat Eisen, aber das pflanzliche Eisen ist das gesunde. Leider ist das pflanzliche Eisen schlechter verwertbar, das heisst es wird schlechter vom Körper aufgenommen. Das Eisen von tierischen Produkten wird zwar besser verwertet, aber es begünstigt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und man sollte davon nicht zu viel zu sich nehmen.
amPuls-online: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ein Gläschen Wein am Abend. Welchen Einfluss hat Alkohol auf Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Professorin Karin Michels: Mit dem Alkohol ist es ein etwas zweischneidiges Schwert. Zum einen ist ganz eindeutig nachgewiesen, dass Alkohol die Ablagerungen in den Herzkrankgefäßen vermindert und daher einem Herzinfarkt vorbeugen kann. Andererseits muss man aber ganz klar sehen, dass Alkohol das Risiko für die meisten Krebsarten erhöht. Das bezieht sich auf das Dickdarmkarzinom, auf das Magenkarzinom, auf Brustkrebs, und andere Krebsarten. Beim Brustkrebs erhöht bereits ein Glas Wein am Tag das Risiko um 10 Prozent bis 20 Prozent. Von daher sollte man dabei ein bisschen auf die familiäre Vorbelastung achten und sich danach richten. Aber Alkohol ist sowieso eine Sache, bei der jeder seine eigene Präferenz hat und sich selbst entscheidet. Also Alkohol kann nicht uneingeschränkt empfohlen oder abgelehnt werden.
amPuls-online: Milch gilt unangefochten als gesundes Nahrungsmittel. Stimmt das?
Professorin Karin Michels: Das stimmt meines Erachtens nicht. Die Milch, die wir heute trinken ist nicht mehr die Milch, die unsere Grosseltern vor hundert Jahren getrunken haben. Die Produktion hat sich geändert und um die Effizienz zu steigern sind die Kühe heute fast immer schwanger, wenn sie laktieren, was eigentlich nicht normal ist. Damit gelangen die Schwangerschaftshormone in die Milch und die trinken wir dann. Wir trinken also grössere Mengen an Östrogenen und Progesteronen, und diese Hormone begünstigen die Entstehung vieler Krebsarten, insbesondere von Brustkrebs, Ovarialkarzinom, Endometriumkarzinom und Prostatakrebs. Von daher wäre ich sehr vorsichtig mit Milchkonsum. Wir machen gerade eine Studie, um den Einfluss der Kuhmilch genauer zu untersuchen. Ausserdem ist Kuhmilch den Bedürfnissen von Kalbern angepasst und die Zusammensetzung ist ganz anders als die der Muttermilch und auch deshalb für den Menschen ungünstig. Die häufige Aussage, dass wir das Kalzium der Milch brauchen stimmt auch nicht, da wir Kalzium über andere Nahrungsmittel zu uns nehmen können. Ich würde deshalb sagen, dass Milch nur in reduzierten Maßen genossen werden sollte – wenn überhaupt.
amPuls-online: Wie sieht denn nun eine gesunde Ernährung aus?
Prof. Dr. Dr. Karin Michels: Obst und Gemüse stehen an erster Stelle, zusammen mit pflanzlichen Ölen, Vollkornprodukten, und Fisch. Was auch noch sehr gesund ist, sind beispielsweise Nüsse. Nüsse haben eine ganz ausgezeichnete Zusammensetzung von hochwertigen Fetten und Proteinen. Nüsse können beispielsweise in sehr viel gesünderer Form die Fette und Proteine ersetzen, die man andernfalls vielleicht über Fleisch zu sich nehmen würde. Andere gesunde Nahrungsmittel sind die Hülsenfrüchte, die auch hochwertige Proteine und viele Ballaststoffe haben, und sehr oft in der Ernährung vernachlässigt werden. Wenn man das alles zusammennimmt, kommt man auf eine vollwertige Ernährung, ohne auf Fleisch und Milchprodukte zurückgreifen zu müssen.
amPuls-online: Vielen Dank für dieses Gespräch.
====================================================================================
====================================================================================
====================================================================================
Möglichkeiten der Nuklearmedizin
(6.7.2010)Strahlung gilt bei den meisten Menschen als etwas Böses. Die Nuklearmedizin aber macht sich die Strahlung zunutze und kann damit ungefährlich heilen und diagnostizieren.
Mit der Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen hat es angefangen. Inzwischen ist die Nuklearmedizin auch bei anderen Erkrankungen erfolgreich. Die Kombination der beiden Möglichkeiten – präzise Diagnostik und individuelle Therapie – ist ein besonderes Merkmal des Fachgebiets.
Die Möglichkeiten der Nuklearmedizin zwischen Röntgendiagnostik und Strahlentherapie können Angiographien ergänzen und so genauer Aufschluss über den Blutfluss im Herzen geben oder aber Veränderungen im Stoffwechsel bei Tumorpatienten darstellen und damit früher und genauer als mit herkömmlichen Verfahren sehen, wie sich der Krebs entwickelt. Die radioaktiven Teilchen docken sich an die wichtigen Rezeptoren an.
Über die sogenannte Positronen-Emissions-Tomographien lässt sich die Verteilung der Teilchen darstellen und auswerten. Auch zur Behandlung sind die Teilchen nützlich. „Das ganz große Plus der radioaktiven Stoffe, die wir den Patienten verabreichen, ist, dass sie nur sehr lokal und so lange wie nötig strahlen und damit die Belastung des Körpers minimiert wird“ erklärt Professor Dr. Wolfgang Weber, Ärztlicher Direktor der Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Freiburg. Unter seiner Leitung forscht die Universitätsklinik auch an neuen radioaktiven Stoffen für die Medizin. Spezielle Arbeitsgruppen entwickeln neue Verbindungen der sogenannten Radiopharmaka.
„Für die Diagnostik und Therapie von heißen Knoten in der Schilddrüse sind die Nuklearmediziner nach wie vor die Spezialisten. Auch wenn bei malignen Lymphomen, neuroendokrinen Tumoren und ganz aktuell bei der Frühdiagnose von Alzheimer sehr gute Fortschritte gemacht werden“, berichtet Professor Weber.
===================================================================================
===================================================================================
===================================================================================
Krebspatienten müssen weniger fahren
(SIGMARINGEN/sz/fxh) Am Kreiskrankenhaus Sigmaringen ist für mehr als drei Millionen Euro ein Bestrahlungszentrum errichtet worden. Die neue Abteilung wird von Medizinern des Uniklinikums Tübingen betrieben und am 1. April eröffnet.
Patienten, deren Erkrankung eine Strahlentherapie erfordert, stellen sich in den Ambulanzsprechstunden der Klinik für Radioonkologie in Tübingen vor. Hier erfolgen im Anschluss an die detaillierten Untersuchungen die Planung und die weiteren Vorbereitungen für die Bestrahlungsbehandlungen, die dann vor Ort in Sigmaringen durchgeführt werden.
Bei den sich oft über einen längeren Zeitraum erstreckenden Bestrahlungen erspart dies den Patienten lange Wege und Fahrtzeiten. Bislang mussten die Patienten aus dem Kreis Sigmaringen lange Wege auf sich nehmen und Kliniken in Biberach, Ravensburg, Ulm, Friedrichshafen oder Tübingen aufsuchen. Die nach Abschluss der Bestrahlungsbehandlung erforderlichen Untersuchungen erfolgen wieder am Uniklinikum Tübingen.
Die Sigmaringer Zweigstelle wird von Professor Dr. med. Rainer Souchon und seinem Stellvertreter Dr. med. Christian Weißenberger geleitet. Die offizielle Eröffnung erfolgt in der kommenden Woche, seinen Betrieb aufnehmen wird das Zentrum am 1. April. Tübingen und Sigmaringen wollen ihre Kooperation auch dahingehend ausweiten, dass in Sigmaringen stationär behandelte Patienten über Möglichkeiten der Bestrahlung beraten und informiert werden.
Die Strahlentherapie wird hauptsächlich zur Bekämpfung von Krebserkrankungen eingesetzt. Angeschafft wurde ein sogenannter Linearbeschleuniger, über den die Bestrahlung besonders intensiv und genau erfolgt. Das 1,6 Millionen Euro teure Gerät wird derzeit in Betrieb genommen. Der Anbau an das Krankenhaus ist bereits seit dem Jahreswechsel fertig. Der Bestrahlungsraum wurde mit 2,80 Meter starken Stahlbetonwänden ummantelt, berichtet Armin Augustin, der technische Leiter der Sigmaringer Kreiskliniken. Eine 80 Zentimeter dicke und 23 Tonnen schwere Stahltüre führt in den Bestrahlungsraum.
Tübingen und Sigmaringen schulterten die Investition gemeinsam. Das Kreisklinikum erstellte das Gebäude, das Universitätsklinikum beschaffte den Linearbeschleuniger. Die Gesamtkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro teilen sich die beiden Krankenhausgesellschaften.
(Erschienen: 17.03.2010 18:20)
==============================================================
==============================================================
==============================================================
Neue Impfung gegen Magenkrebs
08.02.10 | Wissenschaftler entwickeln Impfstoff gegen Bakterium Heliobacter pylori
München (ng) – Jedes Jahr erkranken fast 19.000 Menschen in Deutschland neu an Magenkrebs. 90 Prozent dieser Karzinome sind auf eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori zurückzuführen. Diese Infektion wird zurzeit vor allem mit Antibiotika behandelt. Der Erreger ist in den letzten zehn Jahren jedoch vermehrt unempfindlich gegenüber dieser Therapie geworden. Die Deutsche Krebshilfe fördert jetzt ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, eine Impfung gegen dieses Bakterium zu entwickeln. Die gemeinnützige Organisation unterstützt das Projekt am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TU) mit 266.000 Euro.
Die chronische Infektion mit Heliobacter pylori ist die häufigste bakterielle Erkrankung weltweit. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit diesem Erreger infiziert – dem Hauptverursacher von Magenkrebs. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Keim als „Klasse I Karzinogen“, also als sicher krebserregend, eingestuft. Durch eine Infektion mit diesem Bakterium entzündet sich die Magenschleimhaut. Aus dieser chronischen Entzündung kann sich bei einigen Patienten Magenkrebs entwickeln.
Um zu verhindern, dass Magenkrebs entsteht, muss die bakterielle Infektion frühzeitig behandelt werden. „Die aktuellen Therapien sind jedoch teuer, haben Nebenwirkungen und der Erreger wird häufig gegen das Antibiotikum resistent“, erklärt Privatdozent Dr. Markus Gerhard. Er ist Projektleiter an der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der TU München. „Ein viel versprechender Ansatz ist hingegen eine Impfung gegen Heliobacter pylori.“ Obwohl bereits zahlreiche Impfstoffe getestet wurden, gibt es bisher jedoch noch keinen, der sich für die klinische Anwendung eignet. Im Rahmen des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Projektes erforscht das Team um Gerhard nun einen innovativen Impfansatz gegen das Bakterium.
In früheren Studien haben die Wissenschaftler bereits ein zentrales Molekül identifiziert, das ein idealer Kandidat ist für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen Heliobacter pylori und somit gegen die Entstehung von Magenkrebs: Es handelt sich dabei um einen Eiweißstoff, den das Bakterium selbst produziert und ausscheidet. Dieses bakterielle Protein blockiert die menschliche Abwehrreaktion und verhindert so, dass das Immunsystem das Bakterium beseitigen kann. Mit Hilfe der neuen Impfung soll nun erreicht werden, dass die körpereigenen Antikörper das bakterielle Eiweiß ausschalten. Das Immunsystem ist so in der Lage, das Bakterium eigenständig zu zerstören. Die Impfung soll zukünftig sowohl vorbeugend als auch therapeutisch gegen Heliobacter pylori eingesetzt werden. „Unsere Arbeit wird dazu beitragen, neue Strategien zu entwickeln, um die Entstehung von Magenkrebs sowie von chronischen Entzündungen und Geschwüren zu verhindern“, erklärt Gerhard.
Interviewpartner auf Anfrage!
Infokasten: Magenkrebs
Jedes Jahr erkranken knapp 19.000 Menschen in Deutschland neu an einem bösartigen Tumor des Magens, davon etwa 11.000 Männer (Robert Koch-Institut, 2008). Trotz rückläufiger Neuerkrankungszahlen ist Magenkrebs immer noch eine der häufigsten tumorbedingten Todesursachen. Zu den Risikofaktoren zählen neben einer bakteriellen Infektion des Magens mit Heliobacter pylori auch eine ungesunde Ernährung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Die Deutsche Krebshilfe gibt einen allgemein-verständlichen Ratgeber zum Thema Magenkrebs heraus, der kostenlos bestellt werden kann bei: Deutsche Krebshilfe e. V., Buschstr. 32, 53113 Bonn und im Internet unter www.krebshilfe.de als PDF-Datei bereit steht.
========================================================
========================================================
========================================================
"Fatigue – Chronische Müdigkeit bei Krebs"
06.04.10
Neuer Patienten-Informationsfilm der Deutschen Krebshilfe
Bonn (jti) – Viele Krebs-Patienten leiden im Laufe ihrer Erkrankung unter einer quälenden Erschöpfung, die über das normale Maß weit hinaus geht. Bei etwa 40 Prozent der Betroffenen bleibt diese Müdigkeit auch nach Abschluss der Therapie bestehen. In der Fachsprache nennt man dies „Fatigue“. Die Deutsche Krebshilfe hat in ihrer Reihe „Die blaue DVD“ nun den Patienten-Informationsfilm „Fatigue – Chronische Müdigkeit bei Krebs“ herausgegeben. Betroffene berichten darin über ihren Umgang mit diesem belastenden Symptom. Ärzte und Wissenschaftler geben zusätzlich Informationen über Ursachen und Therapiemethoden bei Fatigue. Der Film kann ab sofort kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe angefordert werden.
Wie einen „Krieg im Körper“ empfand Christine E. ihre Krebserkrankung: „Ich konnte überhaupt nicht mehr schlafen. Und dann diese Müdigkeit. Das war, als würde eine Bombe einschlagen“, berichtet die Brustkrebs-Patientin. Auch Gisela N. litt während der Therapie ihres Lymphknotenkrebses unter quälender Erschöpfung: „Zähneputzen ging so eben – aber nur im Sitzen. Vielleicht auch ein bisschen waschen, aber dann musste ich gleich wieder ins Bett“, erzählt sie. Christine E. und Gisela N. sind zwei der 15 Betroffenen, die im neuen Patienten-Informationsfilm der Deutschen Krebshilfe über ihre Erfahrungen mit Fatigue berichten. Bei einer Reise in die Allgäuer Alpen diskutieren die Betroffenen über die Möglichkeiten, mit dieser quälenden Erschöpfung zu leben und sie zu bewältigen.
Experten erläutern darüber hinaus in dem Film, wodurch Fatigue ausgelöst wird und wie Patienten die chronische Erschöpfung am besten überwinden können. Dabei stehen vor allem Sport und Bewegung im Vordergrund, betont Dr. Fernando C. Dimeo, Bereich Sportmedizin der Charité Universitätsmedizin Berlin: „Inzwischen wissen wir, dass Patienten, die vor oder sogar während einer Chemotherapie regelmäßig trainieren, ihre Leistungsfähigkeit erhalten und sogar steigern können“, erläutert der Wissenschaftler.
Der Patienten-Informationsfilm „Fatigue“ wurde im Auftrag der Deutschen Krebshilfe von TAKEPART media and science, Köln produziert. Er ist entweder einzeln oder zusammen mit der Broschüre „Fatigue“ aus der Reihe „Die blauen
Ratgeber“ kostenlos erhältlich bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn.
Das Angebot der DVD umfasst neben dem Hauptfilm auch zahlreiche Bonusfilme zu Themen wie Hilfen für Angehörige, Lach-Yoga und Gesundes Essen. Ausschnitte aus dem Film stehen auch im Internet unter www.krebshilfe.de. Außerdem sind DVD-Ratgeber über Darmkrebs, Palliativmedizin, Hautkrebs, Prostatakrebs und Hodgkin Lymphom verfügbar. Weitere Filme zu den Themen Brustkrebs, Krebs im Kindesalter und Strahlentherapie sind zurzeit in Vorbereitung. Die Deutsche Krebshilfe finanziert ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spendengeldern der Bevölkerung und kämpft als Bürgerbewegung bereits seit 35 Jahren gegen den Krebs. Ihr Spendenkonto: 90 90 93 bei der Sparkasse KölnBonn.
Info-Kasten: Fatigue
Fatigue bedeutet übersetzt so viel wie „Müdigkeit“ oder „Mattigkeit“. Diese Erschöpfung bei einer Krebserkrankung geht über das normale Maß weit hinaus. Auch ausreichend Schlaf schafft keine Linderung. Fatigue kann durch den Tumor selbst ausgelöst werden. Aber auch Chemo- oder Strahlentherapie können Ursache für die quälende Erschöpfung sein. Denn diese Therapiemethoden greifen auch gesunde Zellen wie beispielsweise die roten Blutkörperchen an. Das Führen eines „Fatigue-Kalenders“, mäßige körperliche Bewegung sowie Gedächtnistraining können Betroffenen mit Fatigue helfen. In einigen Fällen ist auch eine Gesprächstherapie angeraten.
Bonn, 06. April 2010
========================================================
========================================================
========================================================
Kurz gefragt - kurz geantwortet:
Was sagt der PSA-Wert aus?
(4.2.2010) Antwort von Professor Dr. Ulrich Wetterauer, Ärztlicher Direktor der Urologie des Universitätsklinikums Freiburg
„90 Prozent der Prostatakarzinome werden heute über eine PSA-Erhöhung diagnostiziert. PSA ist ein Eiweiß, welches in den Prostatadrüsen gebildet wird und die Spermien beweglich macht.
Bei Erkrankungen der Prostata tritt PSA in das Blut über und ist dort messbar. Die PSA-Bestimmung im Blut weist bei einer Erhöhung auf eine Prostataerkrankung hin, wobei als Ursache nicht nur ein Prostatakrebs sondern auch eine Entzündung der Prostata oder eine gutartige Vergrößerung verantwortlich sein können.
Die Aussagekraft des Tumormarkers PSA erhöht sich durch jährliche Verlaufskontrollen, wobei die Anstiegsgeschwindigkeit (Velocity) für die Tumorerkennung eine herausragende Bedeutung hat. Unabdingbar für die Interpretation und die ggf. Einleitung weiterer diagnostischer Maßnahmen ist ein erfahrener Urologe, um eine Überdiagnostik oder Übertherapie zu minimieren.
Eine mögliche Überdiagnostik ist auch der Kritikpunkt vieler „PSA-Gegner“, die darauf hinweisen, dass eine große Zahl von Männern sich einem PSA-Test unterziehen muss, um letztendlich die Sterblichkeit einzelner am Prostatakarzinom zu verringern.
Zwei Studien aus den USA und Europa zur Wertigkeit des PSA-Screening weisen große methodische Fehler auf und bilden keine Entscheidungsgrundlage. Die europäische Studie konnte nachweisen, dass bei einem PSA-Screening die Sterblichkeit am Prostatakarzinom um 20 Prozent gesenkt werden konnte.“
========================================================
========================================================
========================================================
Besseres Verständnis der Metastasenentstehung
(27.11.2009) Ein von Forschern der Uniklinik beschriebener Mechanismus erweitert das Verständnis der Metastasenentstehung und bildet die Grundlage zur Entwicklung zukünftiger Therapien von Tumorerkrankungen.
Das Gefährlichste an bösartigen Tumoren ist ihre Fähigkeit, sich im Körper auszubreiten und in ferne Organe zu metastasieren. So sterben die meisten Tumorpatienten nicht am Primärtumor, sondern an dessen Metastasen.
In der Arbeitsgruppe für Molekulare Tumorforschung von Professor Dr. Thomas Brabletz in der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg wurde nun ein molekularer Mechanismus entdeckt, der erklärt, wie sich Tumorzellen sowohl im Organismus verteilen als auch am Metastasierungsort wieder ihren Wachstumsprozess starten können.
Wie am Beispiel von Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs gezeigt, reaktivieren einige Tumorzellen ein embryonales Mobilitätsprogramm, die so genannte “epithelio-mesenchymale Transition (EMT)“, was ihnen ermöglicht sich im Körper zu bewegen.
Ein Aktivator dieses Programms, der Faktor ZEB1, verhindert nun zusätzlich den Abbau von Stammzell-Faktoren in Krebszellen. Dies geschieht durch die Blockade bestimmter, so genannter microRNAs, einer erst vor kurzem entdeckten Klasse von Gen-Regulatoren.
Die Konsequenz ist, dass diese Tumorzellen nun zwei Eigenschaften in sich vereinen, die zusammengenommen ein enormes Gefahrenpotential vermitteln: die Fähigkeit sich zu bewegen und gleichzeitig als Stammzelle zu fungieren. Die daraus resultierenden beweglichen Tumor-Stammzellen sind, so die Vermutung, die Hauptquelle von Metastasen. Der hier beschriebene Mechanismus erweitert das Verständnis der Metastasenentstehung und bildet die Grundlage zur Entwicklung zukünftiger Therapien von Tumorerkrankungen.
Die Arbeit wird in der Zeitschrift Nature Cell Biology veröffentlicht. Sie ist online unter www.nature.com/ncb abrufbar.
======================================================================
======================================================================
======================================================================
Depression - Die stille Volkskrankheit
(12.11.2009) Was, wenn Antriebslosigkeit und Gereiztheit zum Dauerzustand werden? Wenn selbst alltägliche Aufgaben zur Last werden? An Depressionen erkrankte Menschen ziehen sich meist aus dem Leben zurück.
Teufelskreislauf Depression
Nicht selten kommen zu den psychischen auch körperliche Beschwerden hinzu. Die eigene Unzulänglichkeit in der Bewältigung des Alltags wiederum löst Ängste und Schuldgefühle aus, welche die angeschlagene Verfassung noch weiter belasten. Im Unterschied zu einfachen Verstimmungen reduzieren sich bei einer depressiven Erkrankung die körperlichen und geistigen Funktionen drastisch.
Laut Berichten der Weltgesundheitsorganisation liegen weltweit Depressionen an der Spitze der Ursachen für die durch eine gesundheitliche Behinderung gravierend beeinträchtigten Lebensjahre. Die deutschen Rentenversicherer machen Depressionen als eine der häufigsten und steigenden Ursache für Krankschreibungen und Berentungen aus. Depressionen können in jedem Lebensalter auftreten. Die erschreckend hohe Suizidrate von 15 Prozent, bei schwer erkrankten depressiven Langzeitpatienten, unterstreicht die Wichtigkeit einer frühzeitigen Therapie. Unwissenheit, Verdrängung oder Schamgefühle hindern jedoch oft Betroffene daran, sich der Umwelt zu öffnen oder einen Arzt aufzusuchen.
Professor Mathias Berger, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Freiburg, weist jedoch darauf hin, wie entscheidend eine frühzeitige Diagnosestellung ist: „Wichtig ist, dass die Depression vom behandelnden Arzt schnellstmöglich erkannt wird, um eine speziell auf den Patienten zugeschnittene Therapie beginnen zu können“, denn „wurde die richtige Diagnose einmal gestellt, kann 80 Prozent der Erkrankten in einem überschaubaren Zeitraum entscheidend geholfen werden“.
Was löst eine Depression aus?
Eine Studie der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Uniklinikums Freiburg ergab, dass eine entsprechende Schulung von Hausärzten die Erkennungsrate bei Depressionen auf 70 Prozent verdoppelte. „Je weniger Krankheitsepisoden der Patient bis zum Beginn einer Therapie durchlebt hat, desto besser ist die langfristige Prognose“, so Professor Berger.
Die genaue Grundlage der Depression ist noch nicht ausgemacht. Einigkeit besteht jedoch bereits darüber, dass es kein einzelnes Depressionsgen gibt. Familien- und Zwillingsstudien belegen jedoch eine genetische Veranlagung zur Depression. Die Zwillingsstudien zeigen auch, dass die Gene nur ein Teilfaktor sind. Selbst bei eineiigen Zwillingen erkrankt der Zwillingspartner nur in etwa mehr als der Hälfte der Fälle. Zu bedenken ist, dass zwischen genetischen Faktoren und sozialen Umweltfaktoren komplizierte Wechselbedingungen bestehen.
Der zweite Faktor für ein erhöhtes Erkrankungsrisiko sind belastende Erfahrungen in der Kindheit. Bei genetisch oder durch eine schlimme Kindheit vorbelasteten Patienten genügen oft schon kleine Auslöser, wie ein Zeitzonen- oder Jahreszeitenwechsel, um die Depression auszulösen. Dies kann auch Professor Mathias Berger bestätigen: „Tatsächlich verzeichnen wir in Frühling und Herbst die meisten Depressionserkrankungen.“
Unterschiedliche Stufen der Therapie
Die Therapie greift zuerst an der akuten Depression an und versucht im Anschluss den Zustand des Betroffenen so weit zu stabilisieren, dass es nicht zu einem baldigen Rückfall kommt, wenn die Alltagsbelastungen wieder zu bewältigen sind. Danach wird an der langfristigen Rückfallverhütung gearbeitet. Der Einsatz von so genannten Antidepressiva ist heute nicht mehr so umstritten wie vor einigen Jahren. Sie sollen die Stimmung aufhellen, den inneren Antrieb normalisieren und so gleichzeitig die körperlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit verringern. Sie wirken gezielt auf die Übertragung der Nervenimpulse im Gehirn.
„Antidepressiva lösen bei einigen Patienten und ihren Angehörigen Bedenken aus“, sagt Professor Berger, und bekräftigt: „Die Nebenwirkungen sind bei den heutigen Medikamenten meist gering, eine Suchtgefahr besteht nicht.“ Unabdingbar ist in der Regel eine begleitende psychotherapeutische Behandlung. Diese bezieht das soziale Umfeld der Patienten mit ein und versucht, seelische Belastungen in alltäglichen Situationen Schritt für Schritt abzubauen. Kritische und krankheitsverursachende Lebenssituationen müssen bearbeitet werden. Ein positives Selbstbild und der Umgang mit schwierigen emotionalen Situationen werden mit den Patienten erarbeitet.
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie forscht am Uniklinikum Freiburg vor allem an der Entwicklung immer wirksamerer gezielter Psychotherapieverfahren nicht nur für akute Depressionen, sondern auch für bisher chronisch verlaufende Erkrankungsformen. Davon spricht man, wenn eine Depression länger als zwei Jahre besteht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass auch in diesen Fällen gute Chancen bestehen, dass speziell dafür entwickelte Psychotherapien in Kombination mit Antidepressiva erfolgreich sind.
=====================================================================================
=====================================================================================
=====================================================================================
Bösartiger Darmkrebs – häufig und heilbar
(21.12.09) Darmkrebs fordert jährlich fünfmal mehr Todesopfer als der Straßenverkehr. Dabei sind die Heilungschancen eigentlich sehr gut – wenn das kolorektale Karzinom so früh wie möglich erkannt wird.
Stummer Alarm im Darm
Tatsächlich weist einer von zehn Patienten über 45 Jahren mit Blut im Stuhl einen bösartigen Darmtumor auf. Doch fatalerweise entwickelt sich Darmkrebs langsam und leise. Weil die Symptome lange Zeit fehlen oder verharmlost werden, ist der Dickdarmkrebs so gefährlich: „ Blut- und Schleimbeimengungen, Bauchschmerzen, ein neu aufgetretener Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall und ungewollter Gewichtsverlust sollten an Darmkrebs denken lassen“, erklärt Dr.Henning Schwacha, Oberarzt der gastroenterologischen Abteilung des Universitätsklinikum Freiburg. Für ein Karzinom des Enddarms ist beispielsweise auch der „falsche Freund“ typisch, also ein Stuhlabgang anstelle eines vermeintlichen Windes. Aber: es gibt lediglich unspezifische Hinweise und keinen wirklichen Alarm im Darm! Wer darauf wartet, hat vielleicht bereits den wichtigsten Etappensieg in der Begegnung mit dem Feind verspielt. Daher bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen ein Vorsorge- und Früherkennungsprogramm - in der Regel ab dem 45. Lebensjahr.
Goldstandard Darmspiegelung
Mit einer einfachen rektalen Tastuntersuchung lassen sich bereits 10 Prozent der Darmtumore auffinden. Und mit dem Goldstandard der Untersuchungsmethoden, einer Darmspiegelung, gelingt es, alle weiteren verdächtigen Strukturen zu entdecken. Wie das genau geht, erklärt Dr.Schwacha: „Vor der Koloskopie muss eine gründliche Darmreinigung durchgeführt werden, damit der Untersucher den Darm in allen Bereichen gut beurteilen kann. Diese Darmreinigung erfolgt mit einer Abführlösung, die am Tage vor der Untersuchung und zum Teil am Untersuchungstag getrunken werden muss. Es handelt sich um salzhaltige Lösungen, deren Geschmack man durch Kühlung und Zumischen von klaren Säften oder Tee verbessern kann. Die Untersuchung selbst wird von den Patienten unterschiedlich empfunden. Das Einschieben des flexiblen Koloskopes kann vorübergehend ein mehr oder weniger starkes Gefühl von Blähungen hervorrufen, was durch ein Absaugen der Luft oder auch durch entsprechende Änderungen der Gerätelage gemindert werden kann. Es besteht bei jeder Darmspiegelung die Möglichkeit, eine kurzwirkende Betäubung zu geben, damit der Patient die Untersuchung nicht als zu unangenehm empfindet.“
Nach einer Koloskopie ohne Krankheitsbefund bleibt das Darmkrebsrisiko für mehr als zehn Jahre erniedrigt und nimmt während dieser Zeit sogar noch ab.
Wachstum im Verborgenen
Fast immer ist der Ausgangspunkt für einen Darmtumor ein Polyp oder ein Adenom, also eine verstärkte Vorwölbung der Schleimhaut oder der Drüsen des Darmes, die nach langem „Schlaf“ entarten können. Diese „Adenom-Karzinom-Sequenz“ kann durch Faktoren, die zu Krebs veranlagen, begünstigt werden, beispielsweise durch das gleichzeitige Vorhandensein einer Colitis ulzerosa oder eines Morbus Crohn. Ein bis zu dreifach erhöhtes Karzinomrisiko weisen Typ 2-Diabetiker mit Insulintherapie auf. Patienten mit dem Lynch-Syndrom oder der familiären adenomatösen Polyposis entwickeln sogar in bis zu 100 Prozent einen Darmkrebs. Sie sollten daher schon im frühen Lebensalter vom Arzt detektiert werden. Dr. Schwacha ist dies besonders wichtig und erzählt: „Am eindrücklichsten sind mir Krankheitsfälle in Erinnerung, die bei jüngeren Menschen auftraten und bei denen die genaue Kenntnis der familiären Vorgeschichte vielleicht eher an das Vorliegen von Darmkrebs hätte denken lassen müssen.“
Heilen ist gut, Vorbeugen ist besser
Darmkrebs kann geheilt werden, wenn es möglich ist, ihn samt dem zugehörigen Darmabschnitt vollständig operativ zu entfernen. Eine Chemotherapie vermindert zusätzlich das Risiko, dass der Tumor wieder auftritt. Ist der Darmkrebs weit fortgeschritten und hat er weitere Organe mit Metastasen infiltriert, kann palliativ lokale Rezidiv behandelt und damit ein Stück Zeit und Qualität am Leben zurückerobert werden. Doch Darmkrebs ist und bleibt eine schwer verdauliche Diagnose. Eine Studie ergab, dass weniger physische als vielmehr ernste seelische Probleme dem Patienten noch drei Jahre nach der Feststellung zu schaffen machen. Wundbeschwerden, dünner Stuhl, Inkontinenz – das Leben mit eventuellen künstlichem Darmausgang - ein Einschnitt und eine Welt für sich.
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Methadon als neuer Ansatz gegen Hirntumoren
01.10.09 | Forscher untersuchen molekularen Wirkmechanismus
Ulm (db) – Jährlich erkranken in Deutschland etwa 5.500 Menschen neu an einem bösartigen Hirntumor. Die Heilungschancen für Patienten mit dieser Diagnose haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert. Ein neuer Therapieansatz verspricht nun Hoffnung: Wissenschaftler vom Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Ulm konnten zeigen, dass Methadon Hirntumoren bekämpft. Dieses Medikament – ein so genanntes Opioid – wird normalerweise im Heroinentzug verabreicht. Die Ulmer Forschergruppe von Dr. Claudia Friesen untersucht nun den genauen Wirkmechanismus von Methadon. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 300.000 Euro.
„Patienten mit bösartigen Hirntumoren haben trotz der stetig intensivierten Therapien weiterhin eine schlechte Prognose“, so die Leiterin des Forschungsprojekts Dr. Claudia Friesen. Sie arbeitet im Team von Professor Dr. Erich Miltner, Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Ulm. Hirntumoren werden derzeit in erster Linie operativ entfernt und bestrahlt. Ärzte setzen aber auch Chemotherapien gegen diese Krebsform ein. Zu Beginn der Behandlung sprechen die Patienten meist gut auf die Medikamente an. Allerdings treten nach einiger Zeit oft Resistenzen gegenüber dem Wirkstoff auf: Der Tumor wächst weiter und kann nicht mehr bekämpft werden. Zusätzlich leiden diese Patienten sehr stark unter den Nebenwirkungen der hochdosierten Chemotherapeutika.
Erste Hinweise auf einen neuen Therapieansatz gegen Hirntumoren erhielt das Team von Friesen aus der Leukämieforschung: Methadon, ein Opioid, das bei Heroinabhängigen gegen Entzugserscheinungen eingesetzt wird, wirkt schädigend auf bösartig veränderte Blutzellen. „Entscheidend ist, dass gesunde Blutzellen durch Opioide nicht zerstört werden“, erläutert Friesen die Vorteile der Therapie. Als Opioide bezeichnet man eine Gruppe unterschiedlichster Wirkstoffe, die an verschiedenen Stellen im Körper die Schmerzwahrnehmung unterdrücken. Deshalb werden sie normalerweise in der Schmerztherapie und der Anästhesie eingesetzt.
„Opioide wie Methadon sind in der Lage, auch Hirntumoren zu zerstören“, berichtet Friesen. Erste Ergebnisse zeigen, dass insbesondere eine gleichzeitige Gabe von Methadon und einem Chemotherapeutikum sehr erfolgversprechend sein könnte. Einerseits wird so der programmierte Selbstmord der Tumorzellen ausgelöst, ohne gesunde Zellen anzugreifen. Andererseits macht Methadon Tumorzellen, die gegen Chemotherapie und Bestrahlung resistent geworden sind, wieder für die Behandlung empfindlich.
Ziel des Forschungsprojekts in Ulm ist es, bessere und wirkungsvollere Therapien gegen Hirntumoren zu entwickeln. Neben Methadon testen die Forscher weitere Opioide auf ihre Wirksamkeit. Darüber hinaus sollen ihre Arbeiten mehr Aufschluss darüber geben, wie Opioide Resistenzen gegen eine Chemotherapie überwinden können. Dr. Claudia Friesen und ihre Mitarbeiter wollen anschließend in einer klinischen Studie untersuchen, welche Opioide sich besonders gut für die Krebstherapie eignen und welche biologischen Mechanismen für die Wirkung verantwortlich sind. Geplant ist zudem eine Studie mit Hirntumor-Patienten, in der insbesondere die genaue Dosierung und die Verträglichkeit überprüft werden soll.
Infokasten: Hirntumoren
In Deutschland erkranken jährlich etwa 5.500 Menschen neu an einem bösartigen Hirntumor. Am häufigsten tritt diese Krebserkrankung bei Menschen über 60 Jahren auf. Ein weiterer Altersgipfel liegt im Kindesalter. Ursachen für die Entstehung sind nicht bekannt. Operation und anschließende Bestrahlung sind die wichtigsten Behandlungsformen. Auch der Einsatz von Chemotherapeutika ist möglich. Hirntumoren gehen von der Gehirnsubstanz selbst aus, von den Hirnhäuten, den Hirnnerven oder der Hirnanhangdrüse. Von den Hirntumoren müssen die Gehirn-Metastasen unterschieden werden, die sich als Tochtergeschwülste von Krebserkrankungen anderer Organe in das Gehirn absiedeln.
Der blaue Ratgeber „Gehirntumoren“ kann kostenlos bei der Deutschen Krebshilfe, Postfach 1467, 53004 Bonn, bestellt werden. Der Ratgeber steht zudem hier als PDF-Datei bereit.
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Neuer Zusammenhang zwischen chronischer Entzündung und Leberkrebs gefunden
(14.10.2009) Freiburger Forscher haben herausgefunden, dass eine erhöhte Lymphotoxinproduktion in der Leber wesentlich zur chronischen Leberentzündung und der daraus folgenden Bildung von Leberzellkrebs beiträgt.
Hepatitis B- und Hepatitis C-Viren verursachen chronische Leberentzündung und können zu Leberzellkrebs führen, dem häufigsten primären Leberkrebs. Pro Jahr sterben weltweit cirka 500.000 Menschen an dieser Erkrankung.
Man nimmt an, dass die veränderte Ausprägung von Botenstoffen an der entzündungsvermittelten Leberkrebsentstehung entscheidend beteiligt ist. Die Mechanismen, die diese Tumorentwicklung verursachen, sind bisher aber nicht genau bekannt.
Die Botenstoffe Lymphotoxin-alpha und -beta werden vorwiegend von weißen Blutkörperchen, den Lymphozyten, produziert und spielen eine entscheidende Rolle in der Entwicklung des Immunsystems und der Kontrolle von Immunantworten.
Frühere Forschungsarbeiten haben angedeutet, dass mit Hepatitis C-infizierte Lebern deutlich mehr Lymphotoxin ausschütten als normale Lebern. Das internationale Forscher-Team, in dem vor allem Wissenschaftler aus Zürich, Freiburg, Berlin und San Diego arbeiteten, untersuchte eine mögliche Verbindung zwischen abweichender, anhaltender Lymphotoxinproduktion in der Leber, chronischer Leberentzündung und der Entstehung von Leberzellkrebs.
Dr. Nicolas Zeller, Mitarbeiter der Abteilung Neuropathologie, Prof. Dr. Robert Thimme, Geschäftsführender Oberarzt und Prof. Dr. Hubert Blum, Ärztlicher Direktor der Inneren Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg waren an dieser Studie maßgeblich beteiligt.
Die Arbeit zeigt eindrücklich, dass Lymphotoxin-alpha und -beta sowie ein Lymphotoxin-Rezeptor bei Leberentzündungen, die durch Hepatitis B und C verursacht werden, und bei Leberzellkrebs stark produziert werden. Es zeigte sich zudem, dass die Lymphozyten und die Leberzellen selbst die Botenstoffe Lymphotoxin-alpha und -beta produzieren. Um die Mechanismen genauer zu untersuchen, generierten die Forscher Mäuse mit einer erhöhten Lymphotoxinproduktion.Diese erhöhte Produktion verursachte bei den Mäusen chronische Leberentzündungen und Leberzellkrebs. Wurde die Rezeptor-Signalübermittlung bei den Mäusen mit chronischer Leberentzündung blockiert, so konnte die Entzündung deutlich verringert und die Krebsentwicklung verhindert werden.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Lymphotoxinproduktion in der Leber wesentlich zur chronischen Leberentzündung und der daraus folgenden Bildung von Leberzellkrebs beiträgt. Das Blockieren des Signalweges könnte dementsprechend neue therapeutische Ansätze zur Behandlung chronischer Leberentzündungen eröffnen“, erklärt Dr. Nicolas Zeller.
==============================================================
==============================================================
==============================================================
Was ist Krebs?
Krebs – eine Krankheit der Gene
Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese Veränderungen nicht mehr repariert und die Erbinformationen dadurch „verfälscht“ werden. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem der Gene. Dies spiegelt sich in den Neuerkrankungszahlen wider: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer und Frauen bei 69 Jahren. Es gibt jedoch auch Krebsarten, die insbesondere jüngere Erwachsene betreffen. Dazu gehört beispielsweise Hodenkrebs: Das mittlere Erkrankungsalter liegt hier bei 36 Jahren.
Krebsauslösende Faktoren
Zu den Faktoren, die Gene verändern und so die Krebsentstehung fördern können, gehören UV-Strahlen, Tabakrauch, Chemikalien, chronische Infektionen, ein erhöhter Alkoholgenuss und eine ungesunde Lebensweise mit wenig Obst, Gemüse und Bewegung. In fünf bis zehn Prozent der Fälle sind die Veränderungen erblich bedingt. In den betroffenen Familien tritt der Krebs in jeder Generation und schon in jungen Jahren auf.
Was macht Tumorzellen so gefährlich?
Krebszellen stimulieren sich selber zur Teilung und ignorieren wachstumshemmende Signale aus der Zell-Umgebung. Sie können sich unendlich oft teilen und sind potenziell unsterblich. Sie sind in der Lage, bestehende Blutgefäße für ihr eigenes Fortleben anzuzapfen. Die gefährlichste Eigenschaft von Krebszellen besteht jedoch darin, in benachbartes Gewebe einzudringen, sich im Körper auszubreiten und an entfernten Stellen Tochtergeschwülste zu bilden. Insbesondere diese Metastasen machen einen bösartigen Tumor zur lebensbedrohlichen Gefahr.
Familiärer Krebs
Krebserkrankungen beruhen auf Veränderungen in den Genen. Bei den meisten Krebsformen treten die genetischen Abweichungen jedoch erst nach der Geburt auf – sie werden also nicht vererbt. Umwelteinflüsse, Lebensstil und andere, noch weitgehend unbekannte Faktoren spielen hierbei eine Rolle.
In etwa fünf bis zehn Prozent der Fälle beruht die Krebserkrankung aber auf einer angeborenen genetischen Veranlagung. In den betroffenen Familien tritt der Krebs in jeder Generation und schon in jungen Jahren auf. Menschen mit einem hohen familiären Risiko sollten sich deshalb intensiv beraten lassen und regelmäßig zur Krebs-Früherkennung gehen.
Um Familien und Angehörigen mit erblich bedingtem Krebs eine optimale Beratung und Behandlung zu ermöglichen, hat die Deutsche Krebshilfe die Verbundprojekte „Familiärer Krebs“ initiiert. Die Betreuung an den universitären Zentren umfasst sowohl die medizinische als auch die psychologische Beratung über Früherkennungsmaßnahmen und vorbeugende Behandlungsmöglichkeiten, eine humangenetische Beratung über das erbliche Risiko sowie die Möglichkeiten einer genetischen Untersuchung.
Menschen, die an Brust-, Eierstock- oder Darmkrebs erkrankt sind oder befürchten, eine erbliche Veranlagung zu tragen, können sich an eines der Zentren in ihrer Nähe wenden:
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Dienstag, 01.09.2009
Patientenverfügung nun auf sicherer Grundlage
Die Voraussetzungen von Patientenverfügungen werden nun eindeutig im Gesetz bestimmt
Nach langer Diskussion tritt am 1.9.2009 das Gesetz zur Regelung von Patientenverfügungen in Kraft.
Sechs Jahre war im Bundestag darüber diskutiert worden, in welchem Umfang der vorab geäußerte Wille beachtet werden soll, wenn der Patient ohne Bewusstsein nur noch mit Hilfe von Pflegern und Apparaten am Leben gehalten wird. Letztlich verständigte man sich auf ein Gesetz, das die Befolgung des Patientenwillens zum obersten Grundsatz macht - noch vor dem Lebensschutz. Dieses "Dritte Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts" können Sie unten auf dieser Seite herunterladen.
Was ist eine Patientenverfügung?
In diesen Dokumenten können Volljährige im Voraus festlegen, ob und wie sie später ärztlich behandelt werden wollen, wenn sie ihren Willen nicht mehr selbst äußern können. Dabei ist unter anderem an Fälle von Wachkoma, Demenz oder schwerem Alzheimer zu denken.
Gilt eine Patientenverfügung automatisch?
Zunächst sind nur schriftliche Verfügungen zu beachten, was im Gesetzgebungsverfahren nicht unumstritten war. Das Dokument richtet sich nach dem Gesetz auch nicht unmittelbar an den Arzt, sondern an den Betreuer des Patienten. Der ist immer von Gesetzes wegen zu bestellen, wenn der Patient nicht geschäftsfähig ist. Der Betreuer prüft dann, "ob diese Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen", wie es heißt.
Ist das der Fall, dann "hat der Betreuer dem Willen des Betreuten Ausdruck und Geltung zu verschaffen". Das heißt: Der Betreuer - oft ein Angehöriger, manchmal auch ein von Gerichten bestellter Anwalt - muss zunächst schauen, ob die Verfügung beispielsweise wirklich die Behandlung nach einem Schlaganfall betrifft, den sein Schützling erlitten hat. Wenn ja, muss er im zweiten Schritt dann vom Arzt eine bestimmte Art von Behandlung verlangen, die festgelegt ist.
Welche Rolle hat der Arzt?
Stimmen Betreuer und Arzt in der Auslegung der Verfügung überein, kann im Extremfall eine Behandlung abgebrochen werden, selbst wenn dies den Tod des Patienten zur Folge hat. Der Mediziner ist aber auch eine Art Kontrollinstanz. Sieht er den Fall anders als der Betreuer, muss das Gericht entscheiden, falls Todesgefahr bei einem Behandlungsabbruch besteht. Übrigens: Die Auffassung von Angehörigen hat nach dem Gesetz keine rechtliche Bedeutung.
Sollten die Verfügungen von Zeit zu Zeit erneuert werden?
Nach dem Gesetz haben die Verfügungen kein Verfallsdatum. Allerdings empfiehlt es sich, die Verfügung immer wieder zu erneuern. Denn je länger sie zurückliegt, desto eher wird es Zweifel geben, ob die Festlegungen eben auf die "aktuelle" Behandlungssituation wirklich zutreffen.
Was ist bei der Formulierung zu beachten?
In einer Formulierungshilfe des Bundesjustizministeriums heißt es: "Jedem Menschen, der eine Patientenverfügung erstellen möchte, sollte bewusst sein, dass vor der Niederlegung eigener Behandlungswünsche ein Prozess der persönlichen Auseinandersetzung mit Fragen steht, die sich im Zusammenhang mit Krankheit, Leiden und Tod stellen."
Eine Beratung wird von allen Experten als empfehlenswert bezeichnet. So sollte eine Verfügung bei bestehender Krankheit nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt konkretisiert und in ihr auch näher auf krankheitsbezogene Wünsche, Erwartungen und Behandlungsmöglichkeiten eingegangen werden. Die Verfügungen sollte danach möglichst konkret gefasst werden. Eine Formulierung wie "Ich will nicht qualvoll dahinvegetieren", hilft Betreuer und Arzt später kaum weiter.
Müssen alle Patienten eine Verfügung abgeben?
Nein. Ein Zwang sieht das Gesetz ausdrücklich nicht vor. "Niemand kann zur Errichtung einer Patientenverfügung verpflichtet werden. Die Errichtung oder Vorlage einer Patientenverfügung darf nicht zur Bedingung eines Vertragsschlusses gemacht werden." Letztere Passage betrifft auch Verträge über die Betreuung alter Menschen in Pflegeheimen.
Ist es ratsam einen Bevollmächtigten einzusetzen?
Ja. Er kann helfen, den Patientenwillen durchzusetzen. Außerdem dürfte eine Person, die schon bevollmächtigt worden ist, oft zum Betreuer ernannt werden.
Bleiben alte Patientenverfügungen nach neuem Recht weiter gültig?
Bislang haben geschätzt bis zu neun Millionen Bürger solche Anordnungen abgegeben. Die alten Verfügungen bleiben wirksam. Es ist jedoch ratsam, die Formulierungen zu überprüfen, ob sie der jetzt erstmals präzisen Gesetzeslage entsprechen. (dpa)
Info: Drittes Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts.
Mehr Informationen, Broschüren und Dokumente zur Patientenverfügung finden Sie auf der Seite des Bundesjustizministeriums:
Aushunft: www.bmj.de/patientenverfuegung
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Schamgefühl ist fehl am Platz
(10.7.2009) Hodenkrebs trifft meist jüngere Männer. Doch wenn er früh erkannt wird, ist er sehr gut heilbar. Deshalb sollten Eltern ihre Söhne frühzeitig zur Selbstuntersuchung anhalten.
Mit etwa 4750 Neuerkrankungen jährlich ist Hodenkrebs in Deutschland der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern, Tendenz steigend. Die meisten Fälle treten im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf. Eine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung gibt es nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Eltern ihren Söhnen frühzeitig die regelmäßige Selbstuntersuchung erklären.
Ganz besonders gilt das, - so die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., - für junge Männer, die im Kindesalter an Hodenhochstand litten und dadurch ein etwas höheres Risiko haben, an Hodenkrebs zu erkranken. „Damit die Eigenuntersuchung nicht zum Tabuthema gerät, ist es ratsam, dass Eltern rechtzeitig das Gespräch mit ihren Söhnen suchen“, so PD Dr. Alexander Frankenschmidt, Leiter der Kinderurologie des Universitätsklinikums Freiburg.
„Dabei sind weder falsche Scham noch übertriebene Ängste angebracht. Es geht darum, dass Jungen einen verantwortlichen Umgang mit ihrer Gesundheit erlernen.“ Unter 15 Jahren ist der bösartige Hodentumor sehr selten.
Wann Jungen mit der Selbstuntersuchung beginnen sollen, hängt sehr vom Entwicklungsstand der Kinder ab. „Normalerweise ist ein Alter von 14-16 Jahren vernünftig“, erklärt PD Dr. Frankenschmidt. Ähnliche wie bei der Selbstuntersuchung der Brust bei jungen Frauen ist die Untersuchungstechnik dabei einfach: "Junge Männer sollten mehrmals im Jahr ihre Hoden abtasten und dabei auf Verhärtungen und Vergrößerungen achten; vor allem aber im Zweifelsfall den raschen Kontakt zum Urologen nicht scheuen!"
Gerade wegen der sehr guten Behandlungsmöglichkeiten von Hodenkrebs, darf die Selbstuntersuchung kein Tabu mehr sein. Denn je früher eine mögliche Behandlung einsetzt, umso weniger belastend ist sie für die Betroffenen.
========================================================================
========================================================================
========================================================================
Endoskopische Diagnostik bei Lungentumoren
(19.5.2009) Zur Diagnostik von Lungenkrebs und zur Frage der Tumorausbreitung wird am Uniklinikum Freiburg eine Bronchoskopie mit Endobronchialem Ultraschall durchgeführt. Ein äußerst schonendes und komplikationsarmes Verfahren.
Als Mittelfellraum (Mediastinum) wird der Raum zwischen den beiden, durch das Rippenfell voneinander abgegrenzten Brusthöhlen bezeichnet. Es reicht vom Hals bis zum Zwerchfell und enthält wesentliche Organe, wie beispielsweise die großen Gefäße und Nerven, die Thymusdrüse, den Herzbeutel, Luft- und Speiseröhre und zahlreiche Lymphknotenstationen.
Meist zeigen sich Veränderungen beispielsweise ein Tumor im Mediastinum auf einem normalen Röntgenbild oder in einer Computertomographie des Brustraumes. Gelegentlich aber auch nur als Zufallsbefund oder im Rahmen der Abklärung von Luftnot, Husten oder Brustschmerzen.
„Eine feingewebliche Abklärung ist bei Veränderungen erforderlich, bei denen eine Operation generell nicht möglich erscheint oder prinzipiell nicht in Frage kommt“, erklärt Dr. Mirjam Elze, Oberärztin der Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Von besonderer Bedeutung für das therapeutische Vorgehen beim Lungenkrebs sind die Lymphknoten im Brustraum, wobei der nachgewiesene Krebsbefall entscheidend ist.
„Die Wahrscheinlichkeit eines bösartigen Befalls verändert sich mit der Größe und nimmt mit steigendem Durchmesser zu“, berichtet Dr. Elze. „Jedoch findet sich in nur 60 Prozent der Fälle bei CT-radiologisch vergrößerten Lymphknoten eine Lymphknotenmetastase. Bei 40 Prozent der Patienten liegt keine Metastasierung vor.“ Eine feingewebliche Abklärung der Lymphknoten ist somit zwingend erforderlich. Bisher gilt als Goldstandard die Mittelfellspiegelung, ein operatives Verfahren, bei dem in Vollnarkose das Mediastinum gespiegelt und Gewebeproben aus den Lymphknoten entnommen werden.
Zur Diagnostik des Bronchialkarzinoms und zur Frage der Tumorausbreitung und Operabilität wird seit etwa zwei Jahren der Endobronchiale Ultraschall (EBUS) am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt. Dabei wird eine Atemwegsspiegelung mit einem speziellen Bronchoskop, in das ein Ultraschallkopf integriert ist durchgeführt, so dass gleichzeitig mit der Spiegelung der Atemwege eine Ultraschalluntersuchung mit gezielter transbronchialer Nadelaspiration der die Luftröhre und Bronchien umgebenden Strukturen (beispielsweise Tumore oder Lymphknoten) möglich ist. Im letzten Jahr wurde diese Methode am Universitätsklinikum Freiburg bei 150 Patienten durchgeführt.
„Die EBUS-Bronchoskopie ist ein komplikationsarmes und für den Patienten praktisch nicht belastendes Verfahren“, berichtet Dr. Mirjam Elze. In Freiburg wird die Untersuchung aktuell unter stationären Bedingungen und in Vollnarkose durchgeführt. Sollte das Ergebnis dieser Untersuchung nicht ausreichend sein, wird im gleichen stationären Aufenthalt eine Mediastinoskopie angeschlossen, so dass keine wertvolle Zeit verloren geht.
==============================================================
==============================================================
==============================================================
Versorgung von Patienten mit Lungenkrebs wird weiter verbessert
(8.7.2009) Das Uniklinikum Freiburg wird als eines der ersten Zentren bundesweit als Lungenkrebszentrum durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifiziert.
Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 45.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Auf Grund der Komplexität und der häufigen schwerwiegenden Begleiterkrankungen stellt diese Tumorerkrankung besondere Herausforderungen an die Ärzte.
Dies gilt sowohl für die Diagnostik als auch für die Therapie, die in den meisten Fällen verschiedener Spezialisten bedarf. Am Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer – Comprehensive Cancer Center Freiburg wurde bereits vor Jahren ein so genanntes „Zentrum Thoraxtumore“ gegründet, das die besondere Interdisziplinarität beispielhaft vorlebt.
Nun hat die Deutsche Krebsgesellschaft diese Einrichtung am Universitätsklinikum Freiburg zu einem der ersten Pilotzentren „zertifiziertes Lungenkrebszentrum“ gewählt. Kernelement des Lungenkrebszentrums ist die wöchentliche interdiziplinäre Tumorkonferenz, bei der sämtliche Neuerkrankungen diskutiert und besprochen werden.
An dieser Konferenz nehmen neben den Thoraxchirurgen, medizinische Onkologen, Strahlentherapeuten, Lungenfachärzte, Radiologen, Nuklearmediziner sowie Pathologen teil. „Der Gewinn für den Patienten liegt vor allem darin, dass er nicht von Spezialist zu Spezialist laufen muss, sondern die Spezialisten sich um den Patienten versammeln“, so Professor Dr. Bernward Passlick, Leiter des Freiburger Lungenkrebszentrums und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Thoraxchirurgie.
Auf Grund des großen Einzugsgebietes des Universitätsklinikums werden nicht alle Behandlungsschritte vor Ort vorgenommen. Stattdessen gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und Krankenhäusern im Südwesten. Die Empfehlungen der interdisziplinären Tumorkonferenz werden den Patienten mitgegeben, so dass einzelne Behandlungsschritte - etwa eine Chemotherapie - andernorts stattfinden kann. Komplexere Behandlungen, insbesondere auch die Operation sollte jedoch an spezialisierten Zentren erfolgen, da sich gezeigt hat, dass nur durch eine hohe Fallzahl eine gute Ergebnisqualität erreicht werden kann.
Die Deutsche Krebsgesellschaft hat daher die Hürden für die Anerkennung als Lungenkrebszentrum in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie hoch gelegt. Es müssen zunächst mindestens 75 Patienten mit Lungenkrebs pro Jahr, nach drei Jahren mindestens 100 Patienten pro Jahr an Lungenkrebs operiert werden. Diese Zahlen werden in Freiburg bereits heute weit überschritten.
==================================================
==================================================
==================================================
Krebs-Patienten brauchen psychosoziale Begleitung
"Bei der Behandlung von Krebs-Patienten steht zunächst die medizinische Versorgung im Vordergrund. Doch Betroffene brauchen nicht nur die bestmögliche medizinische Therapie, sondern auch seelische und soziale Begleitung", erklärte Professor Dr. Peter Herschbach auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin bei dem Symposium "Psychosoziale Onkologie" der Deutschen Krebshilfe. Herschbach ist Sprecher des gleichnamigen Förderschwerpunktprogramms der Deutschen Krebshilfe. Im Rahmen dieses Programms fördert die gemeinnützige Organisation mit vier Millionen Euro Projekte rund um die Themen Arzt-Patient-Kommunikation, Behandlung psychischer Symptome von Krebs-Patienten und Begleitung der Angehörigen.
"Das seelische Befinden von Krebs-Patienten muss in jedem Stadium der Krebserkrankung berücksichtigt werden", betonte Herschbach. Denn die Diagnose 'Krebs' trifft viele Menschen plötzlich und unerwartet. Das Leben verändert sich mit einem Schlag. Alle Lebensziele, Inhalte und Werte werden in Frage gestellt. "Der Bedarf an psychoonkologischer Beratung ist in Deutschland jedoch bei weitem nicht gedeckt", so Herschbach.
Mit dem Ziel, die psychosozialen Versorgungsstrukturen in der Krebsmedizin zu verbessern und die Forschung auf diesem Gebiet voranzubringen, hat die Deutsche Krebshilfe das Förderschwerpunktprogramm "Psychosoziale Onkologie" initiiert. Dabei fördert die Organisation seit Mitte 2007 bundesweit 14 Projekte an universitären und außeruniversitären Einrichtungen. "Inhaltliche Schwerpunkte sind die Analyse psychosozialer Belastungsaspekte bei Krebserkrankungen, die Entwicklung und Prüfung neuer Therapie- und Betreuungsangebote, die bessere Vernetzung zwischen den an der Behandlung beteiligten Instanzen sowie die Verbesserung der Kommunikation zwischen Arzt und Patient", erläuterte Herschbach.
Zu dem Förderschwerpunkt gehört beispielsweise ein Projekt, bei dem onkologisch tätige Ärzte in ihren kommunikativen Fähigkeiten trainiert werden, um die Arzt-Patient-Beziehung zu optimieren. Zwei weitere Projekte befassen sich mit der Wirksamkeit einer Kurzzeit-Psychotherapie bei depressiven Brustkrebs-Patientinnen sowie der Effektivität eines Übungsprogrammes zur Behandlung chronischer Müdigkeit bei Betroffenen mit einem Mammakarzinom. Außerdem werden ärztliche Trainingsmaßnahmen zur gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) bei Brust- und Darmkrebs-Patienten entwickelt. Die Wissenschaftler nehmen an, dass damit die Entscheidungskonflikte der Betroffenen verringert und gleichzeitig die Zufriedenheit mit der Therapie-Wahl erhöht werden können.
"Mit diesem Förderschwerpunkt zeigen wir einmal mehr, wie die Deutsche Krebshilfe versucht, in der Versorgung krebskranker Menschen Verbesserungen zu erzielen, Impulse zu setzen und auf vielen Feldern der Onkologie ihren Sachverstand, ihre Erfahrungen und Erkenntnisse einzubringen", sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Die Standorte der geförderten Projekte des Förderschwerpunktprogramms sind Bad Sooden-Allendorf, Freiburg, Göttingen, Halle-Wittenberg, Hamburg, Heidelberg, Leipzig, Mainz, Marburg, München, Ulm und Würzburg.
Psychosoziale Onkologie erfordert ein ganzes Team von Fachleuten: Ärzte, Psychologen, Krankenpflegekräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger und Physiotherapeuten arbeiten eng zusammen. Einzel-, Paar-, und Gruppenpsychotherapie und andere therapeutische Möglichkeiten wie Entspannungsmethoden, kunsttherapeutische Angebote oder Sportprogramme, die ergänzend zu Gesprächen eingesetzt werden, können die Krankheitsverarbeitung erleichtern. Aber auch Selbsthilfegruppen und Patientennetzwerke sind hilfreiche Angebote in der psychosozialen Unterstützung: Hier findet der Betroffene Menschen, die Ähnliches erleben oder erlebt haben. Im stationären Bereich leisten spezielle psychoonkologische Einrichtungen wichtige Unterstützung. Im ambulanten Bereich finden Ratsuchende professionelle Ansprechpartner in Krebsberatungsstellen oder bei spezialisierten Psychotherapeuten.
Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://www.krebshilfe.de
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Erfahrungen über Krankheiten im Internet
(10.3.2009) Ein neues Projekt für Patienten mit chronischen Schmerzen startet am Institut für Psychologie der Universität Freiburg. „Krankheitserfahrungen.de“ vermittelt online Erfahrungen chronisch Kranker für andere Betroffene.
Wie Krankheiten das Leben verändern
Auf einer Webseite, www.Krankheitserfahrungen.de, können Betroffene einer bestimmten Krankheit von ihren persönlichen Erfahrungen mit dieser Erkrankung erzählen. In Interviewausschnitten in Form von Texten, Video- oder Audioclips erfahren Interessierte, wie die Erkrankung das tägliche Leben verändert hat. Die Patienten berichten, wie sich die Krankheit auf Familie, Freundeskreis und Arbeit ausgewirkt hat, wie sie selbst mit der Erkrankung umgehen, welche Behandlungen sie ausprobiert haben und was ihnen geholfen hat.
Interviewpartner für Projekt gesucht
Für das Projekt werden noch Interviewpartnerinnen und -partner gesucht, die mit chronischen Schmerzen leben und bereit sind, ihre Erfahrungen für andere Betroffene in einem Interview mitzuteilen. „Die Diagnose oder Art der Schmerzen spielen dafür keine Rolle“, sagt Psychologin Martina Breuning, Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg. „Krankheitserfahrungen.de“ ist ein Projekt von Betroffenen für Betroffene. Die Krankheit wird hier nicht als medizinisches Problem dargestellt. Sie wird vielmehr von Menschen erzählt, die Erfahrungen aus erster Hand mit ihr gemacht haben und bereit sind, andere von ihren Erfahrungen profitieren zu lassen. Die Website soll zusätzlich auch zu Aus- und Weiterbildungszwecken zur Verfügung stehen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen können hier etwas über die Innenseite des Lebens mit der Erkrankung erfahren.
Kontakt
Martina Breuning
Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie
Tel.: 0761/203-3041
E-Mail: martina.breuning@psychologie.uni-freiburg.de
Internet: www.krankheitserfahrungen.de
Vorreiter Großbritannien
Die Idee für diese Website kommt aus Großbritannien. Bereits seit zehn Jahren besteht dort das Projekt DIPEx mit der Website www.healthtalkonline.org. Diese preisgekrönte Seite umfasst fast 50 verschiedene Krankheiten. Die deutsche Version wird in Kooperation der Presse-Information Universität Freiburg mit der Universität Göttingen und der Charité Berlin erstellt.
Projektträger ist der Förderschwerpunkt zur versorgungsnahen Forschung Chronische Krankheiten und Patientenorientierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Rentenversicherung sowie der Krankenkassen. Eine erste Vorabversion der Website soll Mitte 2009 veröffentlicht werden.
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Minimalinvasive Operation bei Lungenkrebs
(17.3.2009) Patienten, die wegen Lungenkrebs operiert werden, muss meist der gesamte Brustkorb geöffnet werden. Die Thoraxchirurgen der Freiburger Uniklinik bieten ein schonenderes Verfahren an.
Unter einem Bronchialkarzinom, auch Lungenkrebs genannt, versteht man eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Das Bronchialkarzinom ist eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen des Menschen. Lungenkrebs fordert mehr Opfer als Brustkrebs, Prostatakrebs und Dickdarmkrebs zusammen.
Dies liegt vor allem am asymptomatischen Wachstum dieser Krebsform. Wenn sich der Tumor noch nicht ausgebreitet hat können Patienten, die an Lungekrebs erkranken, operiert werden. Bislang musste für eine solche Operation der gesamte Brustkorb geöffnet werden, um einzelne tumortragende Lungenlappen zu entfernen. Die Abteilung Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg geht seit etwa einem halben Jahr andere Wege: „Wir bieten unseren Patienten ein so genanntes minimalinvasives Verfahren an“, erklärt Professor Dr. Bernward Passlick, Ärztlicher Direktor der Thoraxchirurgie. „Bei dem Verfahren, das nur wenige Kliniken anbieten, muss nur noch ein maximal fünf Zentimeter langer Schnitt vorgenommen werden.“
Mit Hilfe einer Videokamera ist es möglich, alle Operationsschritte am Monitor zu verfolgen und mit speziellen neu entwickelten Instrumenten den tumortragenden Lungenanteil zu entfernen. Auch Lymphknoten können minimalinvasiv entfernt werden.
„Das minimalinvasive Verfahren hat für die Patienten den große Vorteile, dass die postoperativen Schmerzen sehr viel geringer sind und eine sehr viel raschere Rekonvaleszenz möglich ist“, so Professor Passlick. Davon profitieren insbesondere ältere Patienten und Patienten mit ungünstiger Lungenfunktion.
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Neue Hoffnung: Krebs zielgerichtet bekämpfen
Neue Medikamente, die die Krebszellen direkt angreifen und so das Tumorwachstum im Kern hemmen, sind eine zukunftsträchtige Hoffnung für die Krebstherapie. Diese zielgerichtete Behandlung lässt gesundes Gewebe unbehelligt.
Medikamente, die überaktive Kinasen hemmen, gehören zu den Hoffnungsträgern der modernen Krebsmedizin. Im Rahmen einer klinischen Studie (Phase 1) wird jetzt an zwei Zentren in Deutschland ein Wirkstoff geprüft, der die so genannte Aurora Kinase (AK) hemmt. "Im Gegensatz zu einem Zytostatikum, das alle Zellen im Körper angreift, die gesunden ebenso wie die Krebszellen, verfolgt das neue Medikament eine sehr zielgerichtete Strategie. Es greift direkt in die Kommunikation ein, welche die Zellteilung steuert und versucht so zu verhindern, dass das Tumorgewebe weiter wächst", erklärt der Studienkoordinator Dr. Klaus Mross, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg. Die Kinase-Hemmstoffe gehören zu einer neuen Generation von Medikamenten, die als "Targeted therapy" (zielgerichtete Therapie) bezeichnet wird.
Da der Einsatz von Zytostatika (Chemotherapie) bei Patienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung oft nur begrenzt erfolgreich ist, konzentrieren sich die Wissenschaftler inzwischen verstärkt auf neue Therapiekonzepte. Die so genannten Kinase Hemmstoffe sind deshalb so vielversprechend, weil sie bereits bei der Zellteilung ansetzen. Das heißt sie greifen ganz gezielt in die Signalwege ein, die die Teilung der Krebszellen steuern und versuchen so, das Wachstum des Tumors zu verhindern.
"In sämtlichen präklinischen Prüfungen zeigte der neue Wirkstoff, dass er in der Lage ist, die Zellteilung in genau definierten Phasen des Zellzyklus zu blockieren", so Mross. Im Rahmen einer ersten klinischen Prüfung wird die Studie an zwei Behandlungszentren des europäischen Netzwerks CESAR (Central European Society of Anticancer Drug Research) durchgeführt, die über große Erfahrung in derartigen Studien verfügen (Klinik für Tumorbiologie Freiburg, Tumorklinik des Universitätsklinikums Essen). Teilnehmen können Patienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankungen.
Derzeit sind mehr als 500 Kinasen bekannt. Kinasen leiten Zellsignale weiter und beeinflussen zahlreiche biologische Prozesse im Körper. Eine Reihe von Kinasen steht im Verdacht, bei Krebs, Entzündungsprozessen oder kardiovaskulären Erkrankungen eine zentrale Rolle zu spielen. Die Kinasen bilden ein komplexes Netzwerk, das bei diesen Erkrankungen gestört ist. Durch Medikamente, die einzelne Kinasen hemmen, kann inzwischen das Tumorwachstum therapeutisch beeinflusst werden.
Der Durchbruch für diese neue Generation von Medikamenten gelang mit einem Wirkstoff, der 2001 gegen Chronisch Myeloische Leukämie und 2002 gegen Gastrointestinale Stromatumore zugelassen wurde (Proteinkinase Inhibitor: Imatinib). Inzwischen sind bereits zwei weitere Kinaseinhibitoren für die Behandlung von Krebserkrankungen (Nierenzellkrebs) zugelassen worden (Sunnitinib und Sorafenib). Der neue Wirkstoff ist der erste Aurora-Kinase-Hemmstoff, der bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen in Deutschland geprüft wird.
========================================================
========================================================
========================================================
Prostatakrebs (Prostatakarzinom, PCa)
Die differenzierte PSA-Analytik - Interpretation der PSA-Werte im Blut (T-PSA, F-PSA, C-PSA)
Das Prostataspezifische Antigen (PSA) - ein komplex aufgebautes Eiweißmolekül - ist der einzige sogenannte Tumormarker in der Medizin, der organspezifisch ist, d.h. er wird ausschließlich von den Prostatadrüsen produziert und in die Blutbahn abgegeben.
Die Treffsicherheit, mit der Prostatakrebs durch einen PSA-Test erkannt werden kann, liegt allerdings nur bei ca 35%, wenn der konventionell obere Normwert von 4.00 ng/ml zugrunde gelegt wird.
Ein erhöhter, krebsverdächtiger PSA-Wert kann folgende Ursachen haben:
1. Die gutartige Prostatavergrößerung im fortgeschrittenem Stadium (Prostatgewicht ab 50 g).
2. Eine akute bzw. chronische Entzündung der Prostata (Prostatitis)
3. Blutentnahme nach DRU (ab ca. 2 Stunden)
Weitere Ursachen für einen geringfügigen, klinisch unbedeutenden PSA-Anstieg (ca.10-15%) können z.B. sportliches Radfahren und der Samenerguß sein. Ein PSA-Anstieg durch Medikamente ist bis heute nicht bekannt.
Hingegen führen Medikamente zur Rückbildung der gutartigen Prostatavergrößerung (Finasterid, Dutasterid) zu einer 50% Senkung des PSA Wertes.
Der PSA-Normalbereich
Der konventionelle PSA - Normbereich liegt zwischen 0.00ng/ml und 4.00 ng/ml. Der obere Normalbereich ab 2.50 ng/ml muß als kritischer Normalbereich angesehen werden, da in diesem Bereich bei ca. 15% bereits ein Karzinom (P-Ca) vorliegt.
Der leicht erhöhte PSA-Wert
Mäßig erhöhte PSA-Werte zwischen 4.00 ng/ml und 10.00 ng/ml werden als sog. Graubereich bezeichnet. Die möglichen Ursachen für nicht krebsbedingte erhöhte PSA - Werte wurden oben erläutert.
Freies PSA (F-PSA) und der PSA-Quotient
Bei PSA- Werten zwischen 2.50 ng/ml und 10.00 ng/ml ist die zusätzliche Analyse des Freien PSA (F-PSA) zu empfehlen. Der prozentuale Anteil des F-PSA am Gesamt - PSA (T-PSA) erlaubt eine deutlich verbesserte Treffsicherheit (Spezifität) bei der Unterscheidung zwischen gutartiger Prostatvergrößerung bzw. Prostatitis und Prostatakrebs.
Das Verhältnis der beiden PSA-Werte wird als PSA-Quotient oder PSA-Ratio ausgedrückt. Im kritischen Normalbereich sollte der Prozentanteil des F-PSA über 15% (PSA-Quotient 0.15) und im Graubereich über 25 % (PSA-Qotient 0.25) liegen. Bei diesen Werte-Konstellationen ist ein PCa (Prostatakarzinom) sehr unwahrscheinlich.
Durch diese erweiterte PSA-Diagnostik können Prostata-Biopsien in 20% bis 40% vermieden werden.
Das komplexierte PSA (C-PSA)
Alternativ ist die Analyse des komplexierten PSA (C-PSA) möglich, welches seit kurzem als Routine-Methode zur Verfügung steht. Für den PSA-Bereich bis 10.00ng/ml kann das C-PSA die Bestimmung der beiden anderen PSA-Werte ersetzen.
Bei PSA-Werten höher als 10.00 ng/ml kann die Spezitifität weder durch den Quotienten noch durch das C-PSA verbessert werden.
PSA-Werte bei fortgeschrittenem Prostatakrebs
Bei fortgeschrittenem P-Ca (Metastasen) kann das PSA auf Werte von 1000.00 ng/ml und höher ansteigen.
Für eine möglichst sichere Beurteilung des PSA-Wertes ist folgendes zu beachten:
1. Ein erstmalig bestimmter PSA- Wert, der im oberen Norm- bzw. Graubereich liegt, sollte nach 6-12 Wochen mit der identischen Labormethode kontrolliert werden. Die Analyse mit identischer Methode ist besonders wichtig, da das PSA mit über 80 verschiedenen Test-Methoden bestimmt werden kann und die Ergebnisse 50% und mehr voneinander abweichen können.
2. Entscheidend ist bei kritischen PSA-Werten nach Wiederholungsmessung der PSA-Verlauf, der in 3-monatlichen Intervallen überprüft werden sollte. Zwei wichtige Größen für die Verdachts-Diagnose eines P-Ca sind die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (velocity) und die PSA-Verdopplungszeit.
===============================================================
===============================================================
===============================================================
Inkontinenz / Dranginkontinenz
Erfolgreiche Methode gegen Inkontinenz!
Nach einer Prostata-Operation sind Männer oft inkontinent. Manche leiden aber auch an Drang- oder Stress-Inkontinenz. Die einfache Therapie-Methode von ORGAWELL® hilft 90 Prozent der Männer, die lästige Blasenschwäche zu beseitigen.
Keiner braucht sich zu schämen: Nach dem Urinieren oder zwischendurch geht etwas in die Unterhose: Inkontinenz oder andere Formen wie Dranginkontinenz sind der Grund.
Frauen kennen Inkontinenz nach Geburten – sie helfen sich bereits seit Jahrzehnten, indem sie den Beckenboden kräftigen. Was bei den Frauen geht, funktioniert auch bei den Männern!
Männer leiden häufig nach einer Prostata-Operation an Inkontinenz. Teile der Beckenboden-Muskeln und Nervenstrukturen sind verletzt oder gar nicht mehr da. Die ORGAWELL®-Methode aktiviert diese Muskeln, baut sie wieder auf und kräftigt sie.
Über 90 Prozent der Männer bekommen damit ihre Inkontinenz in den Griff: Dies bestätigen namhafte Urologen. Windeln oder Einlagen werden überflüssig, der Mann kann das Haus wieder unbesorgt verlassen.
Verlassen Sie wieder unbesorgt das Haus.
Auch bei Dranginkontinenz kann die simple Therapie, wie ORGAWELL® sie erstmals in Europa anbietet, helfen. Sie ist zu Hause einfach durchzuführen, der Weg in eine Behandlung entfällt. Die Lebensqualität der Betroffenen verbessert sich innerhalb weniger Wochen beträchtlich.
Ein weiterer Vorteil: Der auf diese Weise gestärkte Beckenboden fördert die Potenz. Urologische Studien bestätigen: Die meisten impotenten Männer bekommen durch die Kräftigung der Beckenbodenmuskeln ihre Erektion zurück. Das Sexualleben wird so wieder in gefühlvollere Bahnen gelenkt und macht wieder Spass.
Die Wirkung ist gemäss Studien sogar besser als Viagra. Inkontinenz, Dranginkontinenz sowie Prostataprobleme sollte man immer von einem Arzt abklären lassen, da auch ein Tumor dafür verantwortlich sein kann.
Der Vorteil von ORGAWELL® ist auch, dass man schon nach kurzer Zeit Kosten spart und Nebenwirkungen von Medikamenten oder lästige Windeleinlagen vermeiden kann. Und gestärkte Beckenbodenmuskeln wirken nicht kurzfristig, sondern dauerhaft.
Inkontinenz wirksam behandeln!
Mit der neuen Methode von ORGAWELL®
Inkontinenz ist für Betroffene frustrierend und beeinträchtig den Alltag. Doch viele Betroffene sind nicht mehr bereit, das Problem tatenlos hinzunehmen – und vertrauen auf ORGAWELL®. Die Behandlung typischer Männerkrankheiten steht im Zentrum, das Angebot von Medizinprodukten baut ORGAWELL® ständig aus. Fachärzte raten ihre Patienten bei Inkontinenz oder Dranginkontinenz zur Therapie mit ORGAWELL®. Diese stärkt die Beckenbodenmuskeln dauerhaft.
=======================================================
=======================================================
=======================================================
Nierenkrebs (Nierenkarzimom)
Ärztliche Beratung bei Nierenkrebs
Im Rahmen verbesserter Untersuchungsmethoden werden Nierentumoren heute häufig schon frühzeitig entdeckt, oft bevor der Patient selbst etwas bemerkt.
Viele mit dieser Diagnose verbundenen Ängste erwachsen daraus, dass die Betroffenen nicht wissen, wie sie die Situation einschätzen sollen, und was sie erwartet.
Betroffenen Patienten fehlen oft umfassendere Informationen über den Nierenkrebs selbst, über die Behandlung und über Auswirkungen der Krankheit und ihrer Behandlung.
Viele Fragen wollen beantwortet sein:
Ist ein Nierentumor immer bösartig?
Was verursacht Nierenkrebs?
Welche Untersuchungen sind notwendig?
Gibt es verschiedene Arten von Tumoren in der Niere?
Kann Nierenkrebs vererbt werden?
Wie sind meine Heilungschancen?
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Muss in jedem Fall operiert werden?
Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten?
Was wird bei einer Operation gemacht?
Was kommt nach einer Operation auf mich zu?
Kann man auch mit einer Niere leben?
Muss immer die ganze Niere entfernt werden?
Kann auch die andere Niere befallen werden?
Kann der Krebs wiederkommen?
Was kann man bei Tochtergeschwülsten tun?
Muss ich meine Ernährung umstellen?
Kann ich einer Wiedererkrankung vorbeugen?
Wie wichtig sind Nachsorgeuntersuchungen?
Was bedeutet die Erkrankung für meinen Alltag?
Was muss ich im Alltag beachten?
Wir nehmen uns viel Zeit für Ihre Fragen. Wir beraten Sie individuell und auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Wir beraten Sie sorgfältig und umfassend zu Ihrer Erkrankung und zu Behandlungsmöglichkeiten. Unsere Ärzte haben in der Beratung und Begleitung von Patienten langjährige Erfahrung. Ihr Wohlbefinden steht bei uns im Mittelpunkt: Unser Ziel für Sie ist Lebensqualität im Alltag verbunden mit optimaler Therapie Ihrer Erkrankung. Wir versorgen Sie mit den neuesten Informationen. Wir übernehmen auf Wunsch zu Ihrer Entlastung Organisation von Terminen und Absprachen mit den behandelnden Ärzten. Wir begleiten Sie beratend während Ihrer Erkrankung solange, wie Sie dies wünschen.
Für ein Vorgespräch mit einem erfahrenen Arzt rufen Sie uns gerne an. Sie können uns dann direkt Ihre Fragen und Wünsche mitteilen. Wir können Ihnen sagen, welche Informationen wir benötigen, um Sie sorgfältig beraten zu können. Eine Terminvereinbarung ist jederzeit kurzfristig möglich. Sie erreichen uns an allen Werktagen von 10 - 16 Uhr unter der Tel. Nr. 06221-338802 und können dann direkt mit einem erfahrenen Arzt sprechen. Dies Vorgespräch am Telefon ist für Sie kostenfrei. Oder schicken Sie uns eine Email health@patientconsult.de . Wir beantworten jede Anfrage.
=======================================================
=======================================================
=======================================================
Was ist eine Chemotherapie?
Unter Chemotherapie versteht man die Behandlung mit so genannten Chemotherapeutika. Chemotherapeutika sind natürlich vorkommende oder künstlich hergestellte Substanzen, die Tumorzellen und Infektionserreger wie z.B. Bakterien, Viren oder Pilze wirksam bekämpfen können.
In der Behandlung von Krebs wird Chemotherapie auch als zytostatische Therapie bezeichnet. Zytostase heißt soviel wie "Zellstillstand". Mit Hilfe der Chemotherapie sollen bösartige Zellen zerstört und nach Möglichkeit vollständig ausgerottet werden.
Wie funktioniert eine Chemotherapie?
Die Chemotherapie greift in den Stoffwechsel der Zellen ein. Daher ist sie um so wirksamer, je aktiver der Stoffwechsel ist und je häufiger sich Zellen teilen. Dies sind in erster Linie die bösartigen (malignen) Zellen, also die Tumorzellen.
Auch gesunde Zellen verschiedener Organsysteme teilen und vermehren sich und reagieren damit empfindlich auf die Chemotherapie. Daher kann es zu Nebenwirkungen und Komplikationen einer chemotherapeutischen (zytostatischen) Behandlung kommen.
Wozu dient eine Chemotherapie?
Eine Chemotherapie wird unter anderem zur Behandlung bösartiger Erkrankungen eingesetzt. Sie wird unter anderem angewandt bei:
Akuter Leukämie
Malignem Lymphom (Lymphdrüsenkrebs)
Unter gewissen Voraussetzungen auch bei den Formen chronischer Leukämie (bei chronischer lymphatischer und chronischer myeloischer Leukämie)
Die Chemotherapie wird - neben Operation und Bestrahlung - je nach Krankheitsstadium auch zur Therapie von festen (soliden) Tumoren - z.B. Darmkrebs, Lungenkrebs oder Brustkrebs - eingesetzt.
Was ist vor einer Chemotherapie zu beachten?
Vor der Chemotherapie wird der behandelnde Arzt den Patienten und/oder die Angehörigen über die bevorstehende Behandlung aufklären.
Eine Chemotherapie verursacht sowohl akute als auch dauerhafte beziehungsweise später einsetzende Nebenwirkungen. Um solche Risiken besser abschätzen zu können und um gegebenenfalls schon vorab bestimmte Medikamente von der Therapie auszuschließen, sind vor dem geplanten Beginn bestimmte Untersuchungen notwendig. Dazu gehören unter anderem:
Untersuchungen, die das Stadium des Tumors festlegen, z.B. Ultraschall, Röntgen, Computer-Tomographie und eventuell eine Knochenmarkpunktion
Überprüfung der Lungenfunktion
Untersuchungen der Herzfunktion wie Ultraschall und EKG
Untersuchungen der Leber- und Nierenfunktion über die Blutwerte
Wichtig sind auch die regelmäßig durchzuführenden Blutbild- beziehungsweise Laborkontrollen direkt vor Beginn des nächsten Therapiezyklus sowie danach.
Wie wird eine Chemotherapie durchgeführt?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die zur Chemotherapie vorgesehenen Medikamente zu verabreichen:
Intravenös: Als Infusion über eine Vene
Oral: In Tablettenform
Subkutan: Ähnlich einer Insulinspritze unter die Haut
Die Gemeinsamkeit der genannten Maßnahmen besteht darin, dass es sich um eine so genannte systemische Therapie handelt: Die Medikamente können prinzipiell an jeden Ort des Körpers gelangen und somit jede Zelle erreichen.
Im Gegensatz dazu gibt es auch rein lokale Darreichungsformen. Hierbei entfaltet das Chemotherapeutikum seine Wirkung nur dort, wohin es appliziert wird, z.B.:
In die Bauch- oder Brusthöhle: Zuvor wird die entsprechende Körperstelle örtlich betäubt. In den Spinalraum: Der Spinalraum ist der Raum zwischen Rückenmark und Rückenmarkshaut beziehungsweise Gehirn und Hirnhaut.
Oft werden unterschiedlich wirkende Zytostatika miteinander kombiniert und kurz hintereinander verabreicht.
Welche Therapieform Ihnen Ihr Arzt vorschlägt, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab:
Der Art der Grunderkrankung
Dem Stadium von Allgemeinzustand, Begleiterkrankungen und Alter des Patienten
Teils von ganz individuellen Umständen
Eine Chemotherapie läuft in der Regel in Zyklen ab. Das bedeutet, dass die Gesamtbehandlung sich aus Einzelbehandlungen zusammensetzt, die in bestimmten zeitlichen Abständen aufeinander folgen. Wie viel Zeit zwischen den einzelnen Behandlungen liegt, ist in zuvor festgelegten Therapieprotokollen vorgegeben. Unter Umständen kann es auch durch Komplikationen zu Verzögerungen kommen.
Zwischenzeitlich muss durch verschiedene Untersuchungen überprüft werden, ob die Behandlung wirkt, das heißt, ob sich der Tumor beziehungsweise die Tumorzellen zurückgebildet haben.
Grundsätzlich kann eine Chemotherapie sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist, richtet sich nach verschiedenen Begleitumständen wie beispielsweise Schwere der Erkrankung, Allgemeinzustand des Patienten oder der Art der Chemotherapie.
Welche Komplikationen können auftreten?
Es können allgemeine und spezielle sowie akute und chronische Nebenwirkungen auftreten:
Häufige allgemeine, akut auftretende Nebenwirkungen sind Blutbildveränderungen. Sie entstehen durch die schädigende Wirkung der Chemotherapeutika auf das Knochenmark, wo die Blutzellen gebildet werden. So sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), wodurch das Infektionsrisiko steigt. Die Erniedrigung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) führt zu Blutarmut. Die Abnahme der Blutplättchen (Thrombozyten) erhöht die Blutungsgefahr. Mit entsprechenden Gegenmaßnahmen sind diese Komplikationen meist zu beherrschen.
Übelkeit und Erbrechen können auftreten, stellen aber mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten kein größeres Problem mehr dar.
Durchfälle setzen meist verzögernd ein und führen zu starken Flüssigkeitsverlusten.
Haarausfall: Eine wirksame Methode zur Vermeidung des Haarausfalls ist nicht bekannt. In fast allen Fällen wachsen die Haare wieder nach.
Gefürchtet sind so genannte Paravasate. Dabei läuft das Zytostatikum nicht in, sondern neben die Vene. Dies kann zu schwersten Schädigungen des Gewebes führen, welche unter Umständen sogar chirurgische Eingriffe nach sich ziehen können. Um das zu vermeiden, ist größte Sorgfalt bei der Verabreichung geboten.
Spezielle und oft verzögert einsetzende Nebenwirkungen sind Schädigungen von:
Herz
Lunge
Niere
Leber
Nervengewebe
Haut
Vor jeder geplanten Chemotherapie wird der Arzt daher die zu erwartenden Nebenwirkungen sorgfältig mit dem Patienten und/oder seinen Angehörigen besprechen.
Was ist nach der Chemotherapie zu beachten?
Wird die Chemotherapie ambulant durchgeführt oder ist bereits die Entlassung erfolgt, müssen folgende Regeln beachtet werden:
Blutbild- beziehungsweise Laborkontrollen sollten regelmäßig, nach Angabe des behandelnden Arztes, durchgeführt werden. Dies kann z.B. beim Hausarzt erfolgen.
Wegen der erhöhten Infektionsgefahr sollten größere Menschenmengen gemieden werden.
Bei Fieber, anderen Infektzeichen oder Hinweisen auf eine Blutungsneigung ( z.B. Nasenbluten oder Zahnfleischbluten, Blutergüsse ) ist unmittelbar ein zuständiger Arzt aufzusuchen. Weitere Warnsymptome sind zunehmende Luftnot, Schwindel und Durchfälle.
Grundsätzlich sollte bei jeder laufenden Chemotherapie ein intensiver Arzt-Patient-Kontakt gepflegt werden.
=======================================================
=======================================================
=======================================================
Verursacht Krebs sexuelle Probleme?
Das Wissen, an Krebs oder einer anderen potenziell lebensbedrohlichen Krankheit erkrankt zu sein, löst oft schwere seelische Krisen aus. Wenn es um das blanke Überleben geht, sind Bedürfnisse oder Vergnügungen wie Sex plötzlich nicht mehr so wichtig. Wenn der ganze Körper schmerzt und durch eine Operation oder Chemotherapie in Mitleidenschaft gezogen wurde, fehlen die Kräfte für Sex. Das hat aber nichts mit dem Bedürfnis nach körperlicher Nähe und Wärme zu tun, die in solchen Situationen an Bedeutung gewinnen kann.
Kann man mit Krebs sexuell aktiv sein?
Besteht eine Unsicherheit, ob und wann ein sexuelles Miteinander nach einer Krebserkrankung möglich ist, kann ein Gespräch mit dem behandelnden ArztIn hilfreich sein. Da Sexualität nicht allein auf den Geschlechtsverkehr beschränkt ist, bedeutet ein Umdenken in der körperlichen Liebe auf Grund einer ernsthaften Erkrankung auch eine Chance, sich neu kennen zulernen und andere Ebenen von Körperlichkeit zu finden. Kuscheln kann vorrangiger werden. Eine vorsichtige, zarte Umarmung oder Händchenhalten gibt dem/der Betroffenen das Gefühl von Nähe, Schutz und Geborgenheit. Dieses Gefühl ist für den Heilungsprozess enorm wichtig. Erotik findet nicht zwischen den Beinen, sondern im Kopf statt. Fantasie, Neugier und die Freude daran, Neues zu entdecken und auszuprobieren ermöglichen es, mit körperlichen Erkrankungen und Veränderungen ein erfülltes Sexualleben zu führen.
Mit welchen Problemen ist zu rechnen?
Neben den rein körperlichen sichtbaren Problemen können zahlreiche andere Schwierigkeiten zu einer Beeinträchtigung der Sexualität führen. Dazu zählen beispielsweise auch Ängste, nicht mehr attraktiv zu sein oder Schamgefühle nach beispielsweise verstümmelnden Operationen. Oft kann der eigene Bezug zum Körper durch eine schwere Erkrankung ins wanken geraten sein. Partnerschaftliche Zuwendung kann in solchen Fällen hilfreich sein, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen.
Nicht jede sexuelle Störung nach einer Krebserkrankung ist auf die Erkrankung selbst zurückzuführen. Auch und gerade in solchen Situationen können sich auch Partnerkonflikte negativ auswirken und erstmalig zum Tragen kommen.
=======================================================
=======================================================
=======================================================
Sichere Arzneimitteltherapie
Acht wichtige Regeln, die Patienten bei der Anwendung von Arzneimitteln beachten sollten
Arzneimittel können Leben retten und Leiden lindern. Doch die Arzneimitteltherapie birgt auch Risiken. Nach internationalen Studien sind schwere Arzneimittelzwischenfälle und Medikationsfehler ein relevantes Gesundheitsproblem, an dem in den Industrieländern vermutlich mehr Menschen versterben als im Straßenverkehr.
Neben den Maßnahmen, die in den Arztpraxen und Krankenhäusern selbst getroffen werden können und sollen, kann auch eine verstärkte Einbeziehung und Mitarbeit der betroffenen Patientinnen und Patienten die Risiken der Arzneimitteltherapie vermindern. Ein gemeinsames Merkblatt verschiedener Organisationen und Interessenvertretungen im Gesundheitswesen soll dies nun unterstützen. Der Sozialverband VdK Deutschland hat das Merkblatt mit entwickelt.
Das Merkblatt geht zurück auf einen Workshop zum Thema Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten für die Risiken der Arzneimitteltherapie, der am 18. November 2008 im Bundesministerium für Gesundheit als Maßnahme des Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit 2008/2009 durchgeführt wurde.
Sie können das Merkblatt mit den acht wichtigen Regeln hier herunterladen:
Merkblatt zur Arzneimitteltherapie
=======================================================
=======================================================
=======================================================
Weitere Informationen über Krebs unter: netdoktor.de
Lexikon
Erläuterungen von Fachbegriffen, die im Zusammenhang mit der Krankheit Krebs vorkommen.